12. Tag: Wolterdingen (bei Soltau)

Donnerstag, 2.9.14, 28km

Die Heide summt


Es ist halb zehn in Deutschland. Frühstückszeit, so heißt es in einer Werbung für Frühstückswaffeln. Mir ist nicht nach Pause, denn ich steige gerade aus dem Heideshuttel, das mich nach Undeloh gebracht hat. Noch ist nichts los in diesem kleinen Touristenort, in dem es am vergangenen Samstag vor Touristen nur so brodelte. Die Pferde warten vor Kutschen gespannt auf ihre ersten Tagesgäste, um sie später gemächlich durch die Heide zu schaukeln.„Das ist die Ruhe vor dem Ansturm, das tägliche Warten auf Touristen“. Mit diesem Gedanken mache ich mich auf meinen Weg, der mich heute durch die Heide führen wird.Noch ist es kühl, 16°C bei bewölktem Himmel, doch später soll es ein schöner, sonniger Wandertag werden. Heute habe ich viel Lust aufs Wandern. Zunächst will ich wieder dem E1 folgen und schon bald komme ich auch an der ersten Wegmarke vorbei. Zunächst geht es wie beim letzten Mal durch Wald, die Stimmung ist genauso morbide wie vor einer Woche. Solange die Sonne nicht scheint, können Heide und Wälder bedrohlich wirken.Meine Gedanken fliegen hierhin und dorthin, kreisen um mein Wandervorhaben und eilen in die Zukunft. Nächstes Jahr werde ich voraussichtlich weit weg von Hamburg wandern, zu weit entfernt für eintägige Touren. Ich werde übernachten müssen, und verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten schießen durch den Kopf. Ich denke an eine Übernachtung im Zelt, es soll Minizelte für eine Person geben, die weniger als 2 kg wiegen. Das bedeutet aber, dass ich neben Zelt auch Schlafsack und mehr Verpflegung auf dem Rücken schleppen muss. Willich das? Oder ich reise mit einem Miniwohnwagen, den ich an meinen Kleinwagen hänge. So etwas gibt es, ist aber teuer. Ich müsste den Wagen nach einer Wanderung immer nachziehen, dafür ein Stück mit der Bahn zurück fahren und damit wäre ich gezwungen, entlang von Bahnstrecken wandern und abends einen Bahnhoferreichen. Das schränkt ein. Natürlich könnte ich auch in Pensionen oder Hotels übernachten. Aber die wären vielleicht nicht da, wo ich sie gerade bräuchte oder sie wären ausgebucht und ich müsste weiter wandern und eine andere Übernachtung suchen. Die Gedanken bleiben vage und unbestimmt, keine Option gewinnt die Oberhand und ich komme zu keinem Ergebnis. Offenbar bin ich noch nicht in der Lage, es auf mich zukommen zu lassen, einfach mit einem gut gepackten Rucksack loszuwandern und zu schauen, was am Ende eines Wandertages auf mich wartet. Aber der lange Winter, der jetzt noch so fern scheint, wird mir genügend Zeit geben, mir darüber Gedanken zu machen.Ich stelle fest, dass das Wandern zunehmend zu einer Beschäftigung wird, die viel Zeit einnimmt. Zum einen sind es die Wanderungen selbst, die meine Wochenenden bestimmen. Seit Monaten bin ich meistens am Samstag unterwegs, während der Sonntag der Regeneration dient. Zum anderen nimmt das Vorbereiten der Touren mehr und mehr der übrigen freien Zeit unter der Woche ein, denn ich plane die Etappen zunehmend gründlicher und mit immer größerer Freude. Die Planung selbst folgt dabei einem festen Schema: erst plane ich grob die Etappen und schaue, ob ich dem E1 folgen kann oder ob er sich in zu großen Umwegen schlängelt, was er oft tut und ich dann lieber der eigenen Route folgen möchte. Danach wird meine Planung detaillierter, der Pfad sollte möglichst Wanderwegen folgen und große, laute Straßen meiden. Den groben Planungsprozess unterstützt die Komoot-Software ganz gut, sie bietet meist gute Routenvorschläge, die oft auch den Verlauf desE1 enthalten. Mir ist es aber meistens noch nicht gut genug. Auch wenn es viel Zeit einnimmt, ich empfinde es als lustvoll und sinnvoll verbrachte Freizeit. Es ist etwas, das ich mit Leidenschaft tue.Meine Gedanken werden unterbrochen, als ich aus dem Wald trete und endlich blühende Heide vor mir sehe. So wollte ich es haben. Mir voraus steigt das Gelände sanft an. Ich stapfe den sandigen Heideweg entlang, rechts und links begleiten bunte Blumen den Pfad. Ich kenne sie nicht beim Namen. „Meine botanischen Kenntnisse sind verbesserungswürdig“, denke ich.

Die einzige, die ich eindeutig und fehlerfrei benennen kann, ist die Heidepflanze, die als roter Teppich den Wilseder Berg bedeckt, der in der Ferne als Erhebung auszumachen ist. Es ist wunderschön hier und absolut

still.

Der Wilseder Berg ist 160m hoch, kurz vor dem Gipfel wird es steiler. Ich beginne zu Schnaufen. Endlich bin ich oben und schaue in alle vier Himmelsrichtungen. Heide satt, darüber formen graue Wolken einen trüben Tag, tünchen die Umgebung in breiiges rot-grau. Ein Radfahrer, der hier Pause macht, sammelt gerade seine Siebensachen zusammen und will weiter. Ich bitte ihn, von mir ein Foto zu machen und drücke ihm mein Smartphone in die Hand. Wir kommen ins Gespräch, er erzählt von seiner viertägigen Radtour durch die Heide. Er stammt aus Salzgitter und ist alleine unterwegs, radelt 100 Kilometer am Tag. Als ich höre, dass er in Jugendherbergen übernachtet, spitze ich die Ohren und bohre nach. Er berichtet gerne und ausführlich, dass er mit den Jugendherbergen bisher nur gute Erfahrungen gemacht hat, meistens in einem Zimmer alleineschlafen kann und inklusive Frühstück und Abendbrot nicht mehr als 30€ zahlt. Ich finde, dass es sich gut anhört und füge die Jugendherberge meinen Übernachtungsoptionen hinzu.

Schnell mache ich noch ein Foto von ihm und beiläufig fragt er mich, während er auf sein Rad steigt, ob ich hier oben schon einmal gewesen sei.

„Ja, zum Sternschnuppen zählen.“, erwidere ich, aber das hat er schon nicht mehr gehört. Während ich ihm nachschaue, wie er langsam den sandigen Weg talwärts rollt, denke ich an Marion.

Die Geschichte liegt zwei Jahre zurück. Ich war mit ihr befreundet. Sie hatte viele lustige und verrückte Ideen im Kopf und überraschte mich immer wieder mit einer neuen. So auch an jenem Abend, als sie bei mir klingelte und verkündete, ich solle feste Schuhe anziehen und eine Jacke mitnehmen. Es war Mitte August und die Nächte lau Ich griff eine Jacke und los ging es. Sie saß am Steuer und fuhr die Autobahn von Hamburg aus Richtung Süden. Sie lachte immerzu und ich konnte meinen Blick nicht von ihr wenden. Es war so ein fröhliches und offenes Lachen, wie bei einem Kind. Irgendwo verließen wir die Autobahn, aber ich achtete nicht darauf. Dann hielten wir auf einem großen Parkplatz, der einsam am Waldrand lag. Sie griff hinter sich und hatte einen

kleinen Picknickkorb in der Hand.

„Komm“, sagte sie fröhlich.

Ich folgte ihr durch ein verwunschenes Waldstück auf einem Weg, der viele Biegungen machte und im Dunkel kaum auszumachen war. Marion musste immer wieder lachen. Ich aber fühlte mich etwas unbehaglich, denn ich wusste nicht, wo wir waren und wo wir hin wollten.

„Vertraue mir“, erwiderte sie, als ich es ihr sagte.

Aber das fiel mir schwer. Was würde ich tun, wenn sie jetzt auf einmal weg wäre und ich hier alleine im Dunkel stände? Aber sie würde mich nicht alleine lassen, versuchte ich mich zu beruhigen.

Der Wald wich zur Seite und die Heide tat sich vor uns auf, die Füße stapften über sandigen Boden. Dann ging es erst seicht, dann steiler bergauf, bis wir oben auf einem Berg standen. Wir hatten einen wunderbaren Blick in alle Richtungen. Es war dunkel, im Norden konnte man die Lichter von Hamburg ausmachen.

Ich hatte keine Ahnung, wo wir waren.

Sie gab mir einen Kuss und breitete die Decke aus, die sie aus dem mitgebrachten Korb zog. Zwei Gläser kamen klirrend zum Vorschein, eine Flasche machte kurz ≪Plopp≫. Ihre Hand lud mich ein, sich zu ihr zu setzen. Sie schenkte ein und wir nippten am Sekt, legten uns hin. Ihre Hand wies zum Himmel und mein Blick folgte ihrer Hand. Und da sah ich den Sternenhimmel, wie ich ihn zuvor nie gesehen habe. Es hätte mich umgehauen, was

ich da sah, aber ich lag ja schon. Millionen von Sternen strahlten vom schwarzen Himmel und bildeten ein dichtes Dach über uns. Mir schien, sie würden nur für uns scheinen. Ich fühlte mich mit ihr eins, und wir waren in diesem Moment die einzigen Menschen auf diesem Planeten.

„Es ist die Nacht der Perseiden, und wir zählen heute Sternschnuppen. Bei jeder Sternschnuppe kannst du dir etwas wünschen.“, sagte sie und küsste mich.

„Was sind die Perseiden?“, wollte ich wissen.

„Ein Haufen von Meteoriten, die jedes Jahr zur selben Zeit sehr dicht an der Erde vorbei fliegen und uns ihre Sternschnuppen schenken. Wir müssen sie nur sehen und uns dann etwas wünschen.“

Wir blieben sehr lange und zählten. Ich entdeckte 42 Sternschnuppen, Marion beobachtete 76. Sie war die bessere Sternschnuppenzählerin und bei jeder Sternschnuppe, die sie sah, rief sie aus: „Da“ und ich bekam einen Kuss. Viele Wünsche kamen so zusammen, manche davon haben sich erfüllt, andere noch nicht und manche werden vielleicht nie in Erfüllung gehen.

Es hätte ewig so bleiben können. Mehr wollte ich nicht. In diesem Moment war ich wunschlos glücklich.

Aber irgendwann wurde es kalt und wir mussten zurück.

Dann ging der Mond auf. Nachts um drei löste er sich glutrot aus der Heide und schickte sich an, ein riesiger roter Ball am dunklen Himmel zu werden. Die graue Heide erstrahlte plötzlich dunkelrot, fast wie bei Tage. Sie

stand in voller Blüte.

In dieser Nacht habe ich Marion sehr geliebt. Für ihre unglaubliche Idee und einfach dafür, dass sie zum richtigen Zeitpunkt für mich da war.

Heute stehe ich wieder an diesem besonderen Ort, ich habe ihn wiedererkannt. Der Ort bildete die Kulisse für in besonderes, einzigartiges Erlebnis. Diese Nacht werde ich in meinem Herzen bewahren und nie vergessen.

Ich muss lange in die Ferne geschaut und meinen Gedanken nachgehangen haben. Der Berg hat mir ein weiteres Mal eine schöne Erinnerung geschenkt, es wird nun Zeit, weiter zu gehen. Ich strebe nach Süden, den Berg hinab. Viele Touristen kommen entgegen, der Strom strebt offenbar seinem Höhepunkt zu und ich bin froh, dass mein Weg in entgegengesetzter Richtung verläuft.

Am Fuße des Wilseder Berges zeigt die Wegmarke des E1 nach links. Hier biegt er ab und verläuft Richtung Bispingen, was mir zu weit östlich liegt. Diesen Umweg möchte ich nicht laufen und so verlasse ich hier den E1. Ich werde später wieder auf ihn stoßen.

Kurz darauf reißt der Himmel auf und Sonnenstrahlen lassen die Heide erglühen. Die dunkle Stimmung der tief hängenden grauen Wolken, die sich zwischen den Heidepflanzen eingenistet hatte, verschwindet schlagartig. Was bleibt, ist Stille. Ich schreite am Bolterberg und dann am Stattberg entlang, keine Menschen sind hier zu sehen, obwohl es hier ebenso schön ist wie am Wilseder Berg.

Mein Blick schweift umher, von nach links und rechts, nach vorn und hinten. Überall flammt die Heide rot, es ist ein schöner Kontrast zum blauen Himmel. Die Landschaft erscheint weit, so, als ob ich mich strecken könnte und den Himmel berühren.

Ich komme an einer Wiese vorbei. Dort werden zwei Hütehunden ausgebildet, sie ziehen lustig an ihren Leinen und laufen fröhlich bellend immer um den Schäfer herum. Die Schafe dagegen finden es nicht lustig, denn sie scharren sich ängstlich eng aneinander und machen es so den Hunden mit dem Hüten leicht.

Ich bekomme Hunger und dabei bin ich noch gar nicht sehr weit gekommen. Der Kühlschrank gab heute Morgen nicht viel her und ich habe außer zwei Powerriegeln keinen Proviant dabei. Ein Gasthof wäre jetzt nicht schlecht

und bei meiner Planung hatte ich einen in Niederhaverbeck ausgemacht. Der Ort müsste irgendwo vor mir liegen. Ich bestelle mir diesen Gasthof in meine Gedanken und tatsächlich erreiche ich gerade jetzt das Dorf und den Gasthof gibt es. Auf der Terrasse lasse ich mich in der Sonne nieder und strecke die Beine aus.

Eine Stunde später bin ich wieder auf den Beinen. Eine Schafherde kreuzt den Weg. Sie ist beeindruckend schnell unterwegs, nach kurzer Zeit schon ist sie außer Sicht. Der Schäfer hat es nicht so eilig wie seine Schafe, denn er unterhält sich geruhsam mit Touristen am Weg. Ich erkenne ihn nur am Hirtenstab, denn er trägt Jogginghose und Turnschuhe und sieht so gar nicht aus wie ein Schäfer. Er hat die Ruhe weg und seine Herde wird wohl auch einmal ohne ihn auskommen.

Bald bin ich wieder alleine. Wieder beeindruckt mich die Stille und Weite der Heide. Weht der Wind nicht, dann hört man kein Geräusch. Und weht er, dann hört man das Singen der Bäume.

 Ich komme an einer Informationstafel vorbei. Sie erzählt mir, dass an

dieser Stelle früher alle 20 bis 30 Jahre Eichen auf den Stock gesetzt wurden. So wurde Feuerholz für die langen Winter gewonnen. Später sorgt Kohle für Wärme in den Heidestuben und hat das Eichenholz verdrängt. Seitdem werden die Bäume nicht mehr gefällt und die Triebe konnten sich zu stattlichen Eichenbüschen entwickeln. So bildeten sich untypische Eichenbuschwälder aus, einmalig auf diesem Planeten.

Ich bin vier Stunden unterwegs und es ist Zeit für eine zweite Pause. Ich setze mich auf eine der zahlreichen Bänke, an denen ich vorbei komme. Während ich ruhig sitze, die Schuhe ausziehe und mich lang mache, ist eszunächst sehr still um mich herum. Doch dann, als ich die Augen schließe, da höre ich es. Die Heide ist nicht still!

Sie brummt.

„Woher stammt dieses Geräusch?“, frage ich mich erstaunt, öffne die Augen und sehe jetzt erst die Bienen auf den Heideblüten sitzen. Sie suchen den Nektar und fliegen von Blüte zu Blüte. Nach einer Weile kommen weitere Geräusche hinzu und ich sehe mehr: zwei Zitronenfalter flattern fröhlich durch die Heide, lassen sich im Rot der Heide nieder, steigen wieder hoch, setzen sich schließlich auf meinen Rucksack. Plötzlich sehe ich hunderte von gelben Faltern und alle flattern hin und her. Es ist so viel Leben in der Heide, das ich bisher nicht wahrgenommen habe. Offenbar muss ich mich auf das Betrachten einlassen, um es wahrzunehmen. Es ist, als sei alles unsichtbar gewesen bis zu dem Moment, an dem ich bereit bin, es zu sehen. Dem Moment der

Muße.

Der Geist muss erst zum Sehen bereit sein. Erst dann kann er entdecken.

Lange sitze ich auf dieser Bank und tiefer Friede breitet sich in mir aus.„So fühlt sich also Muße an“, denke ich. Aber ich denke es nicht nur, ich fühle es. Es dauert eine Ewigkeit, bis ich weiter gehe.Ich komme an eine Weggabelung. Die Komoot App zeigt an, dass mein Weg gerade aus weiter führt, aber da ist kein Weg. Ich gehe hin und her und kreuz und quer und suche ihn. Schließlich entdecke ich etwas. Kiefern stehen dicht beisammen und doch verläuft dazwischen ein schmaler Weg, kniehoch mit Gras bewachsen. Das hätte ich nie als Weg angesehen, aber ich folge der Route,die mir Komoot vorschlägt. Eine Weile geht es gut voran, doch dann wird es schwieriger. Wildschweine waren hier und haben das Gelände zerfurcht und das Gehen wird beschwerlich in dem weichen, aufgewühlten Heidesand. Schließlich verliert Komoot noch seine Verbindung zum Internet und in Folge verschwindet die Karte vom Display des Smartphones. Nur die blaue Linie des geplanten Weges bleibt sichtbar und auch der kleine blaue blinkende Punkt, der meine Position anzeigt. Der Weg geht also weiter gerade aus und ich folge ihm. Der blaue, blinkende Punkt folgt der angezeigten Linie, also bin ich noch auf meiner Route und alles ist gut. Ich wische den Gedanken, dass das Smartphone jetzt vollständig den Dienst versagen könnte, beiseite. Und doch frage ich mich, ob eine Karte, so richtig aus Papier, nicht sicherer wäre.

Ein paar Kilometer noch geht es noch durch hohes Gras, dann stößt der Weg, der eigentlich keiner ist, auf eine Straße. Jetzt ist der störende Lärm vorbeirauschender Autos wieder da, der so lange abwesend war. Glücklicherweise kann ich schnell wieder in den Heidewald abbiegen und den Motorlärm hinter mir lassen.

Eine Weile ist es wieder ganz still, bis sich ein dumpfes Geräusch in diese Stille mischt. Zuerst nahezu unhörbar und sehr fern, wird es beim Näherkommen beständig lauter. Das diffuse Geräusch wird schnell konkreter, zerfällt in Rattern, dem Klacken und Gekreische folgt. Es wiederholt sich in einem wiederkehrenden Rhythmus. Rattern, Klacken, Kreischen. Es hört sich merkwürdig an, mitten im Wald, und es gehört nicht hierher. Wieder das dumpfe Rattern, es klingt wie eine Maschine, die etwas hebt. Dann das Klacken, als würde etwas Schweres entriegelt, kurz darauf erschrecktes Geschrei im Chor vieler Münder. Was ich höre, muss eine Achterbahn oder ein ähnliches Gefährt sein, denn ich gehe an dem großen und berühmten Heidepark Soltau vorbei. Irgendwolinks von mir muss er liegen. Ich bin froh, als sich die Geräusche allmählich wieder auflösen und die Stille des Waldes zurückkehrt.

Bald darauf erreiche ich mein heutiges Ziel, den Bahnhof Wolterdingen. In der Sonne warte ich auf ErixX, den Heidesprinter, der mich wieder nach Hamburg bringen wird.

Den Tag beende ich in einem Steakhouse. Vor mir stehen ein saftiges Steak und ein gut gezapftes Bier, mir gegenüber sitzt eine gute Freundin, der ich begeistert von meinem neuesten Abenteuer erzähle.