Naturparkweg Schleswig-Holstein - Tour 2: Westensee+Aukrug

Die  zweite Tour: Naturpark Westensee und Aukrug



auf dem Naturparkweg unterwegs. Etappe 4-6 (80 km)
auf dem Naturparkweg unterwegs. Etappe 4-6 (80 km)

4. Etappe

Offiziell startet diese Etappe südlich des NOK, doch meine zweite Tour auf dem NPW beginnt in Achterwehr, wo ich an meine Etappe 3 anschließe. Einige Kilometer geht es am Westufer des Westensees  entlang. Nach 10km lädt eine Badestelle zur Pause. Auf dem Steg kann man fein die Füße im Wasser baumeln lassen. Das moderne Gasthaus am See hat leider geschlossen. Ein Eis wäre jetzt fein gewesen, denn es ist schon ganz schön warm. Im beschaulichen Ort gibt es noch die Kirche Sankt Catharinen zu bestaunen. Hübsch ist sie - und für den kleinen Ort ganz schön groß.

Zwischen Wäldern und Feldern geht es beschaulich weiter. Hinter Blocksdorf biege ich vom offiziellen NPW ab. Die Arche Warder liegt etwas abseits des Weges. Die Arche ist ein Landschaftstierpark, in dem man tagsüber spazieren kann. Auch werden ein paar einfache Hütten vermietet und in einer davon krieche ich heute unter. Nachts den Tieren lauschen - mitten im Park - das hat doch was!

5. Etappe

Von muhenden Rindern, blöckenden Schafen und schnatternden Gänsen geweckt zu werden, erzeugt Glücksgefühle. Es ist noch früh am Morgen, als es  beschwingt weiter geht. Die Badestelle am Brahmsee kann noch nicht locken. Hinter dem Bahnübergang bei Bockel liegt das  Zirkuswagenhostel "Ulliwood". Ein uriger Platz mit Bauwagen und Bretterbuden. Hier wollte ich eigentlich übernachten, doch wegen Corona ging es nicht. Es wäre bestimmt toll gewesen.

In Brammer wechselt man in den dritten Naturpark: "Aukrug", die Landschaft verändert sich fast unmerklich, es wird nun waldiger. Drei Gehege (Wald) warten auf ihre Durchquerung: Holtorfer Gehege, Himmelreich und Westerholz. Weil es immer heißer wird, suche ich mir in den dazwischen liegenden Dörfern schattige Bänke für erfrischende Pausen.

Das Ende der heutigen, recht langen Etappe naht in Aukrug - das denke ich jedenfalls. Die "Alten Kaffeewirtschaft", die ich vom Wandern müde ansteuere, hat geschlossen. Schade. Der Coffee-Shop im Supermarkt "Markant" ist nicht ganz so schön, bietet aber Kaffee und Kuchen an. Nach einer ausgedehnten Pause rufe ich meine vorgebuchte Unterkunft an und erfahre, dass nicht nur noch die erwarteten 500 Meter vor mir liegen, sondern weitere 5 km. Uff! Das sieht auf meiner Karte ganz anders aus. Wo liegt der Fehler? Egal, ich kann und mag nicht mehr weiter, meine Gastgeber sind so nett, mich abzuholen. So übernachte ich weitab vom NPW, verbringe dafür einen schönen und redseligen Abend bei Manuela und Wolti. Sie betreiben eine kleine Pension, vermieten das Souterrain eines großzügigen Einfamilienhauses mit großem Garten und nahem Gutshof. Ich hatte das einfache "Tramperzimmer" gebucht und bekam so viel mehr. Erwarte das Unerwartete. Vielen Dank noch mal!

6. Etappe

Von meiner Unterkunft südlich von Aukrug muss ich sehen, wie ich zurück auf den NPW komme. Ich entschließe mich für den direkten Weg. Mir entgehen Burg Bori - eh nur noch ein bewaldeter Hügel sowie eine alte Wassermühle. Stattdessen erklimme ich den Glas"berg", der nicht auf dem offiziellen Weg liegt. Der Pfad hinauf ist beschwerlich und wild und soll wohl nicht mehr begangen werden, doch gerade das macht mir Spaß.

Bei einer ehemaligen Papiermühle - heute eine Fischzucht-Anstalt mit Angelteichen - bin ich zurück auf dem Weg - und muss gleich retour, denn die Strecke wurde verlegt. Drei Kilometer geht es um die Fischzucht herum. Nicht genug, mache ich gleich noch einen kleinen Umweg zum Burgwall von Willenscharen. Mehr als der Erdwall gibt es nicht zu sehen, dafür eine schöne Bank fast direkt am Bach. Pause! Die nahe Straße stört etwas.

Nach dem Schlenker über Fitzbek finde ich an der Panzerbrücke über die Stör die ultimative Bank für heute. Es ist heute schwül-warm und nach der gestrigen Anstrengung fluppt es nicht so recht. Auf der breiten Bank lasse ich mich nieder, lausche dem Geklucker der Stör und nicke ein. Nach einer langen Erholungspause geht es wieder besser. Ruck-Zuck liegt das restliche Stück Weg nach Brokstedt hinter mir. Das südliche Ende des Naturpark "Aukrug" ist damit erreicht und diese Tour zu Ende.

Mit dem Zug geht es rasch zurück nach Hamburg.


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Wandern auf dem E1
146 Tage  | 3.429 km
Grövelsjön (Schweden) <-> Pavia (Italien)
Stand: 03/2020




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