Wie übernachten in Schweden?

In Schweden gilt das Jedermannsrecht (allemansrätt), was Übernachten im Freien gestattet. So darf man sein Zelt aufschlagen, wo man möchte, wenn man bestimmte Regeln beachtet. Es gibt auch einfache Holzhütten, die ohne Entgelt genutzt werden dürfen. Wer mit wenig Komfort zurecht kommt, für den kann das Wandern in Schweden preiswert sein.

Wer es komfortabler mag, nutzt einen Campingplatz. Noch bequemer sind die Wanderheime. In der Fjällregion gibt es schließlich die Unterkünfte des Svenska Turistföreningen (STF), die Berghütten und große Fjällstationen unterhalten.

Grundsätzlich scheint das Übernachten in Schweden also unproblematisch zu sein.

Die Übernachtungsoptionen

Zelt
Zelt

Mit dem Zelt in freier Wildbahn geht wegen des Jedermannsrechts immer, wenn man 200m Abstand zur nächsten Bebauung hält. Zelten geht natürlich auch auf Campingplätzen, an denen man immer mal vorbei kommt. Manche Campingplätzen vermieten auch einfache Hütten. 

Shelter
Shelter

Schutzhütten (Shelter) gibt es viele in Schweden. Meist sind sie von drei Seiten wettergeschützt, die vierte ist offen. Manche sind nur für die Rast tagsüber gedacht, in anderen darf man kostenfrei übernachten. Der Zustand der Hütten ist wohl unterschiedlich - von brandneu bis baufällig ist alles möglich. Frisches Wasser ist meistens in der Nähe vorhanden. Feuerstellen sind fast immer vorhanden, gelegentlich liegt auch Brennholz bereit. Wer in einem Shelter übernachten möchte, sollte sich nicht nur vor eventuell darin nistenden Wespen schützen können, sondern auch vor Stechmücken und Knots, die, sobald es hell wird, ganz schön nerven können.

Partille Vandrahem auf dem Vilmarksleden (nahe Göteborg)
Partille Vandrahem auf dem Vilmarksleden (nahe Göteborg)

Der STF unterhält Wanderheime (Vandrahem), Gästehäuser und Hostels, die deutlich komfortabler als deutsche Jugendherbergen sind. Die Preise liegen bei 15-30€, je nach Ausstattung auch darüber. Oft bieten sie Selbstversorgerküchen an.

Fjällstuga
Fjällstuga

Berghütten (Fjällstuga) sind Selbstversorgerhütten, die entlang der Wanderwegen im Fjäll (vor allem auf dem Südlichen Kungsleden) zu finden sind. Sie werden vom STF unterhalten und kosten ca. 40-50€ (meist bar direkt in der Hütte zu bezahlen). In der Sommersaison (Mitte Juni bis Mitte September) sind Hüttenwarte auf den Berghütten, die Schlafplätze zuweisen und Lebensmittel verkaufen. Zum Übernachten reicht ein einfacher Hüttenschlafsack. Außerhalb der Saison sind die Hütten geschlossen, ein offener, einfacher Schutzraum ohne jeglichen Komfort steht aber immer offen. Dann wird mit einem ausliegenden Überweisungsbeleg bezahlt.

Fjällstation in Grövelsjön
Fjällstation in Grövelsjön

An den Ausgangspunkten der Fjäll-Wanderwege liegen die großen Fjällstationen des STF, die fast Hotelstandard erreichen. Entsprechend hoch sind die Preise (durchschnittlich 100€).

Man kann seinen Proviant dort aufstocken.

Eine Mitgliedschaft im STF lohnt sich ab vier Übernachtungen. Die Mitgliedschaft im DJH wird anerkannt. Wer keine Mitgliedschaft ausweisen kann, zahlt mehr (12€). Ich bin deshalb wieder Mitglied des DJH geworden.


Wenn alles läuft, wie ich es mir ausmale, werde ich mehr als 1.000km auf verschiedenen Wanderwegen (Leden) durch Schweden zurücklegen. Meine Übernachtungen verteilen sich nach derzeitigem Stand wie folgt:

Zu wissen, wo ich die Nächte verbringen werde, hat Auswirkungen auf die Planung der Übernachtungsgegenstände von Zelt bis Schlafsack. Darüber berichte ich im nächsten Beitrag.

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Kommentare: 4
  • #1

    Irena (Dienstag, 05 Februar 2019 23:07)

    Hallo Michael, von meiner Tour auf dem Kungsleden weiß ich; dass die bewirtschafteten Fjäll-Hütten Kreditkarten nehmen. Auch ist es gut für mindestens 3 Tage Lebensmittel mitzuhaben. So kostet zum Beispiel ein Teebeutel 1,-Euro. Zelten im Fjäll ist da erlaubt, wo dein Zelt gerade steht. Aber immer nur für eine Nacht. Bist Du schon im Fjäll unterwegs gewesen? Welche Karten nutzt du? Wie machst du das mit der Stromversorgung deiner Geräte?

  • #2

    Michael-wandert (Mittwoch, 06 Februar 2019 12:03)

    @Irena: danke für die Info, dann brauche ich ja nicht so viel Bargeld mitzunehmen. Beziehen sich deine Angaben auf den südlichen Kungsleden? Das Proviant auf den STF-Hütten teuer sind, hatte ich schon gelesen.
    Meinst Du Papierkarten: ich nehme keine mit. Und was ich auf dem Navi-Programm nutze, habe ich ja hinlänglich beschrieben. Deine Frage zur Stromversorgung nehme ich zum Anlass, darüber einen Blogbeitrag zu verfassen.

  • #3

    Irena (Mittwoch, 06 Februar 2019 12:50)

    Ich war Ende Juni 2018 von Abisko bis Nikaluokta unterwegs. Das war der Probelauf für dieses Jahr. Der längste Zeitraum ohne Stromversorgung war 3 Tage. Denn nicht alle Berghütten haben Strom. Es waren 9 Tour-tage mit Temperaturen zwischen 2°C und 16°C. Ich musste feststellen, dass mein Handy keine Kälte mag. Die Akkuladung ging rapide runter. Powerbank sei Dank konnte ich mein Handy wenigstens noch für Photo´s benutzen. Da ich mich nicht nur auf Elektronik verlasse, gehe ich nie ohne Papierkarte und Kompass los. Also fand ich auch bei umgestürzten Richtungsweisern und ohne Navi den Weg. Auch ich habe für meine nächste Tour aufgerüstet.

  • #4

    Michael-wandert (Mittwoch, 06 Februar 2019 16:04)

    @Irena: meinen Respekt! Das ist 100km auf dem nördliche Kungsleden, soweit ich das recherchieren konnte. Der Endpunkt liegt am Paittasjärvi? So etwa 100km?
    Ich bin auf dem nördlichen Kungsleden planerisch nicht zu Hause, weil der E1 den Nordkalottenleden nimmt, der westlich vom Kungsleden verläuft. Die Bedingungen werden aber ähnlich sein.
    Zum Akku: ja, Akkus können grundsätzlich keine Kälte ab und brauchen Körperwärme. Dann geht es nach meiner Erfahrung. Ich habe neben zwei 5.000mAh Powerbanks auch ein Solarpanel dabei. Der Wirkungsgrad lässt im Norden aber ja leider nach.Drei Tage ohne Strom könnte ich überbrücken.


Wandern auf dem E1:

in bisher 106 Tagen 2.515 km

durch vier europäische Länder.

Drymat



mein Kanal: Michael-wandert
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