Die Nordpfade

Die Nordpfade - 25 Wanderziele für 2021
Die Nordpfade - 25 Wanderziele für 2021

Die Wanderregion Landkreis Rotenburg (Wümme) liegt verkehrsgünstig zwischen den Städten Hamburg, Hannover und Bremen. Mit einer Nord-Südausdehnung von fast 100 Kilometern und einer Fläche von 2000 qkm zählt er zu den größeren Kreisen der Bundesrepublik Deutschland.

25 Wanderpfade gibt es dort. Sie sind zwischen 6 und 32 km lang. Im Wanderjahr 2021 schaue ich mir das Gebiet näher an.

Alle Pfade sind nach den Kernkriterien "Qualitätswege Wanderbares Deutschland" ausgewählt und konzipiert. Sie verlaufen als gut ausgeschilderte Rundwanderwege durch malerische Landschaften, an verborgenen Schätzen vorbei und zu romantischen Plätzen. (Quelle: Touristikverbandes Landkreis Rotenburg (Wümme) e.V. )

Mehr Infos: HIER

Meine Nordpfad-Touren findest Du in meiner Komoot -Collection.


Hamburgs Grünes Netz: die Reiherstieg-Achse

schon lange plant Hamburg "Den Sprung über die Elbe". Die Reiherstieg-Achse liegt mitten drin.
schon lange plant Hamburg "Den Sprung über die Elbe". Die Reiherstieg-Achse liegt mitten drin.

Vom Harburger Rathaus geht es über die Wilhelmsburger Elbinsel nordwärts. Oft führt der Pfad am Wasser entlang, doch an den Reiherstieg selbst kommt man kaum heran.

Quelle: Gustav Adolf von Varendorf, Public domain, via Wikimedia Commons
Quelle: Gustav Adolf von Varendorf, Public domain, via Wikimedia Commons

Einst lag eine große Flussinsel in der Elbe - Gorieswerder. Sie erstreckte sich von Finkenwerder bis Kaltehofe, war bewohnt und eingedeicht. Im Laufe der Jahrhunderte traktierten Sturmfluten Gorieswerder, die nach und nach zu mehreren kleinere Inseln zerfiel (s. Karte von 1790). Ab dem 17. Jahrhundert siedelten sich immer mehr Werften und Industriebetriebe an, die Gewässer zwischen den Inseln wurden kanalisiert und schiffbar gemacht. Die Landschaft veränderte sich innerhalb von drei Jahrhunderten radikal. Wilhelmsburg entstand - ein Konglomerat aus Hafen, Industrie, Gewerbe und Wohnungsbau, das erst zu Frankreich, dann zum Königreich Hannover, danach zu Preußen gehörte, eine kurze Weile mit Harburg die Großstadt "Harburg-Wilhelmsburg" war, um schließlich Stadtteil von Hamburg zu werden. Heute ist die Elbinsel Wilhelmsburg dem Bezirk Hamburg-Mitte zugeordnet.

Im Zentrum Hamburgs liegt die Region damit sicher noch nicht, doch das mag noch kommen. Seit 2000 ist mit dem Leitbild "Sprung über die Elbe" ein Prozess eingeleitet, der die Elbinsel Wilhelmsburg immer stärker an die dynamischen Entwicklungen der Metropole Hamburg anbindet. Die Reiherstieg-Achse liegt in dieser Entwicklung mittendrin.


Meine Wanderung auf der Reiherstieg-Achse

Über die Landschaftsachse "Reiherstieg" ist im Internet nicht viel zu finden und eine GPX-Route sucht man vergebens. Lediglich im Landschaftsachsenmodell (Konzeptkarte von 1985) taucht die Reiherstieg-Achse auf. So lasse ich die Tour dem Lauf des Reiherstiegs folgen. Am Harburger Rathaus geht es los und bald ist der Reihenstieg erreicht. Doch Industrieanlagen hindern den Wanderer, ihm nordwärts zu folgen. Das tut der Tour jedoch keinen Abbruch.

Die grünen Highlights der Reiherstieg-Achse in einer Google Maps Karte. 


Die Tour auf Komoot

Die Reiherstieg-Achse hat einige Höhepunkte zu bieten:

  • Harburger Binnenhafen: der liebenswerte kleine Hafen, jahrzehntelang vernachlässigt, wird derzeit wiederbelebt.
  • Alte Harburger Elbbrücke: die mehr als 100 Jahre alte Brücke ist heute den Fußgängern und Radfahrern vorbehalten. Von der Brücke hat man einen tollen Blick auf die Süderelbe.
  • Wilhelmsburger Inselpark: nach dem Ende der Internationalen Gartenschau (igs, 2013) wurde das ehemalige Gartenschau-Gelände als Wilhelmsburger Inselpark der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Langgestreckt bietet der Park viel Grün- und Wasserflächen - kostenlos.
  • Veringkanal: 1894 wurde der Kanal gebaut, um die sich entwickelnde Hafenindustrie zu versorgen. Der Kanal bildet eine Grenze zwischen der lauten Hafenindustrie und den Arbeitersiedlungen, die in Wilhelmsburg entstanden. Seit 2008 existiert eine durchgängige Wegeverbindung von der historischen Schleusenanlage im Süden bis zur Honigfabrik am nördlichen Ende des Kanals. Fast immer geht es direkt am Kanal entlang. Man kommt an alten Industrieanlagen und kleinen Parks vorbei.
  • Ernst-August-Schleuse: der Veringkanal reichte ursprünglich bis zum Reiherstieg, kurz zuvor vereinte er sich mit dem Ernst-August-Kanal, der seit dem Ausbau des Reiherstieg-Hauptdeichs heute über die Ernst-August-Schleuse mit dem Spreehafen verbunden ist. Die neue Schleuse mutet wie ein Vorbote der bevorstehende Veränderungen futuristisch an.
  • Klütjenfelder Radwegbrücke: zwischen dem Reiherstiegviertel und der Hamburger Innenstadt ist seit 2012 eine Wegeverbindung für Fahrradfahrer geschaffen worden. Die 247m lange Brücke ist ein Teil davon. Als Wanderer kann man die Brücke natürlich auch benutzen. Grün ist es hier zwar nicht, aber man hat einen grandiosen Blick in beide Richtungen des Reiherstiegs.

Was anschließend dem Reiherdamm Richtung Norden folgt, erlebt Hafen pur. Grünflächen gibt es hier nicht. Stattdessen viel LKW-Verkehr, Containerabstellflächen, Gewerbebetriebe. Wer Hafenatmosphäre mag, ist hier richtig. Für die anderen gibt es unter der Argentinienbrücke die Linie 73. Eine HADAG-Fähre bringt einen den Reiherstieg hinauf zur Elbe und den gegenüber liegenden Landungsbrücken  - allerdings nur werktags. 

Doch wer sich den Reiherdamm hochkämpft, wird belohnt:

  • Bornsteinplatz: auf der Rückseite des Alten Elbtunnels liegt ein Aussichtpunkt. Auch wenn es hier etwas rumpelig ausschaut und wenig grün ist, ein grandioser Blick auf die andere Elbseite ist garantiert. An guten Tagen muss man sich den Platz mit vielen Schaulustigen teilen.
  • Alter Elbtunnel: wer schwindelfrei ist, wählt eine der beiden offen liegenden Treppen, um in die Tiefe zu gelangen. Die anderen wählen einen von vier Lastenaufzügen oder einen der zwei Personenaufzüge. Unten angekommen, geht es durch eine von zwei Röhren mehr als 400m unter der Elbe entlang. 1911 gebaut, war der Tunnel lange Zeit wichtig für den Transport der Hafenarbeiter - zu Fuß, per Rad oder mit dem Auto. Derzeit wird der Tunnel saniert, eine Röhre erstrahlt bereits wieder im alten Glanz. Und das kann man wörtlich nehmen. Die Durchquerung ist ein besonderes Erlebnis und heute nur noch Fußgängern und Radfahrern vorbehalten. Was für ein Glück.

An den Landungsbrücken endet diese spannende Tour.

Mein Fazit

Durchgängig grün ist der Weg nicht, doch ist es spannend, die Meilensteine, die sich aus dem Leitgedanken "Sprung über die Elbe" entwickelt haben, zu entdecken. Wer Fantasie hat, kann sich während der Wanderung vielleicht vorstellen, wie sich die größte Insel Europas in ein paar Jahren entwickelt haben mag. Vielleicht gelingt er ja - der Sprung über die Elbe.

Prädikat: wer den Umbruch mag, ist hier richtig.


LINKS

StBauF Reiherstieg
StBauF Reiherstieg
Reiherstieg
Reiherstieg


0 Kommentare

Hamburgs Grünes Netz: die Volkspark-Achse

Die Landschaftsachse "Volkspark" führt durch Parks und Friedhöfe
Die Landschaftsachse "Volkspark" führt durch Parks und Friedhöfe

Von Planten un Blomen schlängelt sich die Landschaftsachse [Volkspark] durch Parks und über großzügig angelegte Friedhöfe zum Volkspark in Altona. 

Alles über die Landschaftsachse erfährst Du im nachfolgenden Video:


Meine Wanderung auf der Volkspark-Achse

Die grünen Highlights der Volkspark-Achse in einer Google Maps Karte. 

Auch die Landschaftsachse-Achse "Volkspark" ist bei Hamburg.de gut dokumentiert. Eine GPX-Route sucht man  allerdings vergebens. So folgt meine Tour der Route, die das Video nimmt.

Die drei im Video herausgehobenen Interventionspunkte haben sich zwischenzeitlich wenig verändert. Der Bunker Feldstraße wird durch seine Begrünung zukünftig für zusätzliches Grün auf der Achse sorgen.


Die Tour auf Komoot

Mein Fazit

Wie die Landschaftsachse "Eimsbüttel" verläuft die "Volkspark-Achse" durch städtischen Raum, der in den Grüngürtel hineingewachsen ist, so dass die Achse nicht durchgängig erhalten ist. Der nicht durchgehend Grüne Weg ist geprägt von kleinen Parks und großen Friedhofsflächen. Überrascht hat mich die Geschichte des Luna-Parks und der hügelige Lutherpark, den ich bisher gar nicht kannte. 

Prädikat: gut zu gehen - bietet Unbekanntes 


LINK

Volksparkachse - zwischen Wallring und Volkspark
Volksparkachse - zwischen Wallring und Volkspark


0 Kommentare

Hamburgs Grünes Netz: die Eimsbüttel-Achse

Die Landschaftsachse "Eimsbüttel" schlängelt sich von Planten un Blomen durch Grünzüge und Nachkriegsbebauung zum Niendorfer Gehege
Die Landschaftsachse "Eimsbüttel" schlängelt sich von Planten un Blomen durch Grünzüge und Nachkriegsbebauung zum Niendorfer Gehege

Von Planten un Blomen schlängelt sich die Landschaftsachse [Eimsbüttel] durch Parks, Grünzüge, Spiel- und Sportplätze, vorbei an Hagenbecks Tierpark und entlang großzügiger Kleingartenareale zur hügeligen Stellinger Schweiz und weiter ins großflächige Niendorfer Gehege. 

Alles über die Landschaftsachse erfährst Du im nachfolgenden Video:


Meine Wanderung auf der Eimsbüttel-Achse

Die grünen Highlights der Eimsbüttel-Achse in einer Google Maps Karte. 

Die Landschaftsachse-Achse "Eimsbüttel" ist bei Hamburg.de erstaunlich gut dokumentiert, doch eine GPX-Route sucht man vergebens. So habe ich meine Tour nach dem Video ausgerichtet.


Die Tour auf Komoot enthält weitere Bilder

Das Video stellt drei Interventionspunkte heraus, meine Wanderung habe ich deshalb darauf fokussiert. Das Video ist von 2013; es müsste sich eigentlich in der Zwischenzeit etwas getan haben.

  1. Interventionspunkt Weidenstieg:
    IST 2013: "im Verlauf der Eimsbüttelachse wird der wichtige Verknüpfungspunkt zwischen Kaiser-Friedrich-Ufer an der Isebek und dem Grünzug Eimsbüttel z.Z. durch den unübersichtlichen Straßenraum des Weidenstiegs und einen den Achsenraum verstellenden Bunker empfindlich gestört. Eine Orientierungs- und Leitlinie für die Landschaftsachse fehlt - das stadträumlich und landschaftlich reizvolle Potenzial des Ortes am beginnenden Isebekgrünzug liegt weitgehend brach."
    Vision 2013: "die räumliche Situation der Eimsbüttelachse erfährt durch den Abriss des Bunkers eine nachhaltige gestalterische und funktionale Aufwertung. Der Hauptwegeverlauf wird durch einen stringenten, im großzügigen baumbestandenen Bogen geführten Verlauf akzentuiert und die Orientierung verbessert. Im Kreuzungsbereich Weidenstieg/Grünzug entsteht im engen urbanen Umfeld ein baumbestandener Quartiersplatz mit vielfältigen Aufenthaltsqualitäten. Durch einen neuen Baukörper am Weidenstieg lässt sich die räumliche Fassung des Achsenrandes aufwerten."
    IST 2021: zwar wurde der Weidenstieg neu asphaltiert und mit einem großzügigen Kreisel versehen, allerdings fahren die Autos noch immer quer zur Grünachsenrichtung. Der Bunker blieb bisher stehen. Es wurden keine neuen Bäume gepflanzt, keine neuen Baukörper errichtet. Der Zugang zum Grünzug Eimsbüttel liegt immer noch versteckt.
  2. Interventionspunkt Schwenkestraße: 
    IST 2013: "die alleebestandene Schwenckestraße ist eine typische Quartiersstraße im quirligen, urbanen Umfeld Eimsbüttels. Dort wird gewohnt, werden Kinder in die KiTa gebracht, gehen Kinder in die Schule und besuchen Erwachsene Eckkneipen. Die gute Durchgrünung in Form von Großbäumen und schmalen Vorgärten kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Straßenraum vom motorisierten Verkehr dominiert wird. Aufenthaltsqualitäten bestehen kaum, Wegebeziehungen und der Verlauf des Achsenhauptweges werden durch den Verkehr, und für Radfahrer zusätzlich durch die bestehende Einbahnstraßenregelung, massiv gestört."
    Vision 2013: "Ziel ist die Rückeroberung des Straßenraums als vielfältigen Nutzungsraum und seine Auf-wertung als urbane und grüne öffentliche Fläche. Durch eine Verlagerung des ruhenden Verkehrs, die Aufhebung der Einbahnstraßenregelung für Radfahrer und durch einen entsprechenden Straßenrückbau erhält die Schwenckestraße einen besonderen Charakter, der sie deutlich von den umgebenden Straßenzügen unterscheidet. Der Verlauf der Landschaftsachse wird so im Stadtgefüge sowohl gestalterisch als auch funktional erlebbar. Der Umgang mit dem ruhenden Verkehr in den innerstädtischen Altbauquartieren erfordert neue planerische Strategien. Für die Schwenckestraße wird der Ausbau einer Quartiersgarage unter einem bestehenden Schulsportplatz vorgeschlagen."
    IST 2021: nichts davon ist umgesetzt. Die Autos parken weiterhin auf der Straße. Allerdings sind die Hinterhöfe der Nachkriegsbauten sehr schön angelegt mit altem Baumbestand und geschwungenen Wegen.
  3. Interventionspunkt Stellinger Schweiz:
    IST 2013: "die Stellinger Schweiz liegt als landschaftliches Kleinod zwischen Hagenbecks Tierpark und Niendorfer Gehege. Aufgrund seiner ‚Hinterhoflage’ ohne stadträumlich prägnante Anbindung an das Umfeld führt die großzügige und reizvolle Landschaftsraum ein recht verborgenes Dasein."
    Vision 2013:  "Das planerische Ziel umfasst die Akzentuierung und Gestaltung eines kleinen Platzes als Entree in die Stellinger Schweiz. Durch eine räumliche Öffnung der Situationen und die Schaffung von Aufenthaltsqualitäten werden die Orientierung sowie die Nutzungs- und Gestaltungspotenziale innerhalb des Hauptweges der Eimsbüttelachse verbessert."
    IST 2021: am Entree zur Stellinger Schweiz hat sich nichts geändert. Der Zugang ist immer noch unscheinbar und wird dem großzügigen Park nicht gerecht.

Mein Fazit

Die Landschaftsachse "Eimsbüttel" hat es nicht leicht. Die wachsende Stadt ist längst in den Grüngürtel hineingewachsen, die Achse nicht mehr durchgängig erhalten. Und doch findet sich - bis auf wenige Ausnahmen - ein fast immer Grüner Weg auf der Eimsbüttel-Achse zwischen den Grünen Ringen. Ein paar verkehrsreiche Straßen muss man allerdings queren, doch sie sind nicht wirklich störend. 

Prädikat: kann man gut gehen. 


LINK

Eimsbüttelachse - zwischen Wallring und Niendorfer Gehege
Eimsbüttelachse - zwischen Wallring und Niendorfer Gehege


0 Kommentare

Hamburgs Grünes Netz: die Alster-Achse

Die Landschaftsachse "Alster" ist womöglich die Schönste im Grünen Netz Hamburgs
Die Landschaftsachse "Alster" ist womöglich die Schönste im Grünen Netz Hamburgs

Die Alster ist nicht nur See, sondern auch Fleet, Streek und Fluss, dessen Quelle in der Gemeinde Henstedt-Uhlsburg liegt. Nach 56 km mündet die Alster in die Elbe. 

Einst ein Fluss, der friedlich mäandernd durch Moor und Wald gen Elbe strebte, erfuhr das Fließgewässer im Laufe der Jahrhunderte vor allem ab Ohlsdorf mannigfaltige Umgestaltungen.

Um nur einiges davon zu nennen:

  • das Fleetsystem: ab 820 begannen die "Hammaburger", in der Alster eine kleine Insel anzulegen. Die Hammaburg wich Häusern, weitere Inseln wurden, durch Fleete getrennt, geschaffen. Der Hafen entstand im Nicolaifleet, Waren konnten direkt zu den Häusern gelangen. Die Fleete wurden Teil der Wallanlage. Die Alster wurde ständig umgebaut. Mehr HIER.
  • der Alsterstausee: was man gemeinhin als DIE Alster bezeichnet und als Hamburger gerne umrundet, ist eigentlich ein Stausee. 1190 entstand durch einen Damm ein Mühlenteich zum Betreiben einer großen Kornmühle. Die unbewohnten Alsterwiesen wurden großflächig überschwemmt, doch den Mühlenteich muss man sich viel kleiner vorstellen als den heutigen Alstersee, der in seinen heutigen Dimensionen erst ab 1651 als Teil der "Neuen Wallanlage" entstand. Rund um den Alstersee entstand in der Neuzeit der Alsterpark, der vor allem auf der westlichen Seeseite ruhige Spaziergänge ermöglicht.
  • der Alsterstreek: 1913 wurde die Fuhlsbütteler Schleuse gebaut, danach den Plänen von Oberbaudirektor Fritz Schumacher folgende nach streng architektonisch geprägtem Konzept von Ohsldorf bis runter zum Alstersee begradigt, kanalisiert und mit befestigten Ufern versehen. Die durch den Kanal entstandenen Inseln wurden mit prachtvollen Villen bebaut. Ein Luxusviertel war direkt am Alsterlauf entstanden.

Meine Wanderung auf der Alster-Achse

Der Landschaftsachse "Alster" folgt nicht nur der bekannte "Alsterwanderweg", sondern auch der Hanseatenweg und der Jacobsweg via Baltica. Das muss doch seinen Grund haben...

Die grünen Highlights der Alster-Achse in einer Google Maps Karte. 

Über die Landschaftsachse-Achse selbst gibt es im Internet nicht viel zu lesen. Der Streckenverlauf allerdings ist ja völlig klar. Man folgt dem südlichen Teil des Alsterwanderwegs - einfach immer an der Alster entlang.


Die Tour auf Komoot enthält weitere Bilder

Da meine Recherche ergab, dass die Alster einst über den Nicolaifleet in die Elbe mündete, lasse ich meine Tour dort beginnen. Dem Lauf des Fleets folgend richte ich meine Schritte zunächst zur Otto-Sill-Brücke am Baumwall, denn dort mündet die Alster als künstlich angelegter Fleet heute in die Elbe. Die Schaartorschleuse schützt Alster und Stadt vor Hochwasser. Am Alsterfleet geht es durch die Innenstadt zur Binnenalster, weiter zur Außenalster und an deren ruhigen Westseite hoch bis zur Krugkoppelbrücke, wo es am Alsterstreek entlang bis zum Alsterdorfer Damm geht, wo diese Tour am 2. Grünen Ring endet. Der Alster kann man jenseits des 2. Grünen Rings noch auf dem Nördlichen Teil des Alsterwanderweges weiter folgen. Doch dann ist man jenseits des Grünen Netzes.


Mein Fazit

Die Landschaftsachse "Alster" kann man getrost als die "Königliche" Achse Hamburgs bezeichnen. Natürlich ist das GRÜN in der Innenstadt -"der Guten Stube" Hamburgs- zunächst noch rar, doch der Weg führt von Anfang an konsequent auf ruhigen Fußwegen immer direkt am Wasser entlang. Ab der Außenalster geht es stets durch Parks und Grünstreifen auf meist naturbelassenen Wegen. Schöner geht es nicht!

Prädikat: sehr empfehlenswert. 


LINK

Alsterwanderweg
Alsterwanderweg
Alster
Alster


0 Kommentare

Hamburgs Grünes Netz: die Osterbek-Achse

Die Achse folgt der Osterbek (Bild "Innerstädtische Alsterkanäle", Quelle: Wikipedia)
Die Achse folgt der Osterbek (Bild "Innerstädtische Alsterkanäle", Quelle: Wikipedia)

Die Osterbek fließt durch Hamburger Gebiet. Die Quelle des Bachs ist in Farmsen-Berne. Er mündet als „Langer Zug“ in die Außenalster. 

Von der Ursprünglichkeit der Osterbek, die früher einmal Bernebeke (schmaler Bach) hieß, ist nicht viel geblieben. Im Oberlauf ist sie begradigt, ein kleines Stück wurde 2003 renaturiert.

Ab der Wachtelstraße ist die Osterbek als Osterbekkanal ausgebaut, der zwischen 1863 und 1912 schrittweise zum Zweck von Industrieansiedelungen angelegt wurde. Zum Beispiel ließ sich die New-York-Hamburger-Gummi-Waaren-Compagnie am Kanal nieder. Im ehemaligen Werksgelände ist heute das Museum der Arbeit untergebracht. Ein anderes Bespiel ist die 1865 gegründete Maschinenfabrik Kampnagel, heute ein zeitgenössisches Theater. Oder das Gaswerk, dass in den 1990ern dem modernen Bürogebäude Alster-City weichen musste. Alle wurden mit Gütern aus dem Hafen über den Kanal beliefert. Die durch den Kanalbau anfallenden Erdmassen wurden übrigens für Bahndämme der Stadtbahn, der Hochbahn und der Güterumgehungsbahn verwendet.


Meine Wanderung auf der Osterbek-Achse

Eine Achse also, die an einem ehemaligen Industrieversorgungskanal entlang führt. Das klingt nicht nach einer grünen Tour. Oder doch?

Die grünen Highlights der Osterbek-Achse in einer Google Maps Karte. 

Über die Osterbek-Achse gibt es im Internet nicht viel zu lesen. Der Streckenverlauf ergibt sich aus dem Kanal- bzw. Bachverlauf. Die Tour beginnt an der Sechslingspforte, wo ab 1852 fast 20 Jahre lang Wegezoll zahlen musste, wer nach Uhlenhorst wollte. 

  • Den Weg entlang der Außenalster muss ich nicht näher beschreiben, denn jeder kennt ihn. Es geht die Schöne Aussicht entlang - und die kann man dort auch genießen. Der Weg führt direkt am grünen Ufersaum entlang, wird rege von den Hamburgern genutzt. Die Alster verlasse ich am kleinen Alsterpark, wo ich noch einmal ausgiebig den Blick über die Alster schweifen lasse.
  • Am Langen Zug schwenke ich in die Osterbek-Achse ein, die hier alle "Langer Zug" beginnt. Die vielen parkenden Autos stören nicht weiter, der Fußweg verläuft als kleine Allee direkt am Zug. Schön hier.
  • Während es durch den Hans-Henny-Jahnn-Weg geht, sieht man nichts vom Osterbekkanal. Die Autos parken kreuz und quer. Hier muss man einfach durch. Jenseits der belebten Kreuzung wird es besser. 
  • Der Weg folgt nun einem Grünstreifen die  Osterbekstraße am Kanal entlang. Verkehr gibt es fast keinen, der Fußweg verläuft separat. Mittendrin liegt der Johannes-Prassek-Park, den es erst seit 2011 gibt. Er liegt auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerkes. Nebenan bleibt der große Bürokomplex "Alster-City" recht unauffällig.
  • Wo früher die New-Yorker-Hamburger-Gummi-Waaren Compagnie produzierte, befindet sich heute das Museum für Arbeit. Vor der Tür steht TRUDE (Tief Runter Unter Die Elbe) auf dem Vorplatz des ehemaligen Fabrikgebäudes. GRÜN gibt's hier nur wenig, aber viel zu gucken. Eine alte Eisenbahnbrücke kann man auch bestaunen.
  • Nach einem weiteren Kilometer endet der Kanal an der Wachtelstraße. Ein hübsch angelegter Park folgt, durch den die Osterbek naturnah fließt. Sehr schön grün hier!
  • Lange marschiert man nun im Grünzug am Bach entlang, bis man auf das Rückhaltebecken stößt, das den Bach zum kleinen See staut. Man kann ihn umrunden. Die Wasservogelwelt scheint sich hier wohl zu fühlen.
  • Weiter geht es den Grünzug entlang, mal am rechten, mal am linken Bachufer. Brücken gibt es einige zu überqueren. Es geht vorbei an Kleingärten und Siedlungshäusern. Der Weg ist naturnah angelegt, es läßt sich gut marschieren.

Nach 10 km endet die Tour am Hopfengraben, wo sie auf den  2. Grünen Ring trifft. Hier zeigt sich die Osterbek noch einmal ganz naturnah, nachdem sie vorher im begradigten Bett geflossen ist. Während ich nach rechts zur nahen U-Bahnhaltestelle "Trabrennbahn" abbiege, mäandert der Bach nach Norden Richtung Farmsen.


Die Tour auf Komoot enthält weitere Bilder

Mein Fazit:

Der Weg entlang der Landschaftsachse "Osterbek" verläuft konsequent in Grünzügen immer nah an der Osterbek. Mal sind sie schmal, mal park ähnlich breit. Der Untergrund ist meist naturbelassen und immer angenehm zu gehen. Von den ehemaligen Industrieansiedlungen, die störend wirken könnten, ist nichts mehr übrig. Die Achse wurde schon vor Jahren gestaltet und hat sich seitdem nicht viel verändert. 2011 kam der Johannes-Prassek-Park als neue Grünfläche hinzu.

Prädikat: für einen entspannten Spaziergang immer zu empfehlen. 


LINK

Osterbek
Osterbek

0 Kommentare

Hamburgs Grünes Netz: die Bille-Achse

Die Achse folgt der Bille (Bild aus: Stadtentwicklungsprojekts „Stromaufwärts an Bille und Elbe“
Die Achse folgt der Bille (Bild aus: Stadtentwicklungsprojekts „Stromaufwärts an Bille und Elbe“

Die Bille ist - neben Elbe und Alster - die drittgrößte Flusslandschaft in Hamburg. Als Teil des Hamburger Grünen Netzes folgt die Landschaftsachse der Unteren Bille.

Die Untere Bille wurde in ihrem Lauf durch mehrere Hamburger Stadtteile von Menschenhand stark verändert. Es entstand ein verzweigtes Kanalsystem. Auf halber Strecke liegt die Billerhuder Insel, die durch den Bau des Bullenhuser Kanals erst Anfang des 20. Jahrhunderts entstand. Zusammen mit der östlich angrenzenden Horner Marsch liegt hier das größte zusammenhängende Kleingartengebiet Europas - eine Grüne Oase in der Stadt.

Der östliche Teil Hamburgs ist seit Jahren schon im Fokus der neuerer Stadtentwicklung. Die Stadtteile Hammerbrook, Rothenburgsort, Borgfelde, Hamm, Horn, Billbrook und Bill­stedt sind Entwicklungsgebiete für neuen Wohnraum, Industrieansiedlungen und Gewerbestrukturen. Die existierenden natürlichen Freiräume - Ufer an Flussläufen und Kanälen, Parks und Grünzüge sollen neu gestaltet und zugänglich gemacht werden. 

Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt hat der Öffentlichkeit 2014 das Konzept  "Stromaufwärts an Elbe und Bille - Wohnen und Produktion in HamburgOst" vorgestellt. 

Das Video fasst es gut zusammen:

Stromaufwärts an Elbe und Bille. Entwicklungspotentiale für Wohnen, Arbeiten und Leben an Wasser und Grün
Stromaufwärts an Elbe und Bille. Entwicklungspotentiale für Wohnen, Arbeiten und Leben an Wasser und Grün
Konzeptbroschüre (PDF, 16MB):  (Quelle: Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen)
Konzeptbroschüre (PDF, 16MB): (Quelle: Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen)
Der Senat legt Pläne zur Entwicklung des Hamburger Ostens vor (2014)
Der Senat legt Pläne zur Entwicklung des Hamburger Ostens vor (2014)


Meine Wanderung auf der Bille-Achse

Was wurde aus dem Konzept Stromaufwärts an Elbe und Bille verwirklicht? Hat es sich positiv auf den Grünzug ausgewirkt? Ich zog los, den Grün-Grad der Landschaftsachse Bille zu checken.

Die grünen Highlights der Bille-Achse habe ich in einer Google Maps Karte aufbereitet. 

Eine offizielle Wegebeschreibung für die Bille-Achse habe ich nicht gefunden, doch der Streckenverlauf ist relativ klar: es kann ja nur die Untere Bille entlang gehen.

Landschaftsachsen verlaufen zwischen dem ersten und zweiten Grünen Ring, die um die Hamburger City im Abstand von 1 bzw. 10 km herum führen. Davon abweichend lasse ich meine Bille-Tour an der Lohmühlenstraße starten, dort, wo im 17.Jhd. das Neue Werk St. Georg schützte.

  • Der Lohmühlenpark ist gleich das erste grüne Highlight der Strecke. Er verbindet die Alster entlang der ehemaligen Wallanlage "Neues Werk" mit dem Berliner Tor. Dort ist der verkehrsreiche Steindamm zu queren. Weiter geht es durch den kleinen und vernachlässigten Park "Am Berliner Tor" runter zur ebenfalls verkehrsreichen Eiffestrasse, rüber zum spektakulären Berliner Bogen, wo das Hochwasserbassin beginnt, das Hamburg vor Überschwemmung schützen soll. 
  • Am Ufer des Bassins entlang führt der langgestreckte Stoltenpark. Auf einem grünen Weg sind moderne Hausboote zu bewundern, die im Hochwasserbassin fest vertäut liegen.
  • Am Alten Recyclinghof ist ein kleiner Experimentierpark entstanden, der von der ARGE HALLO:PARKS gestaltet wird. "Immer wieder neu, immer wieder anders" lautet das Konzept. Hier wird bürgernah getestet, wie zukünftige Parks aussehen könnten. Das Ziel der ARGE ist die Ausgestaltung des Alster-Bille-Elbe-Parks, der einen neuen Grünzug von Alster über Bille zur Elbe werden soll. Die schon durchwanderten Parks sind Teil davon.
  • Die nächsten 1,5km geht es durch Gewerbegebiet. Grün ist hier kaum zu finden und an den Billebogen, der nördlich meiner Strecke liegt, kommt man nicht heran. Doch die Gedenkstätte Bullenhäuser Damm lohnt den Besuch. Hier stehen Informationstafeln, die über die Arbeit der BBEG Auskunft geben. Die BBEG hat den Auftrag, das Areal zwischen Elbbrücke und Billebecken zu entwickeln. Es ist noch viel zu tun.
  • Auf einer "Blauen Brücke", einer von sieben farbigen Brücken, auf denen man die Bille überqueren kann, kommt man über den Bullenhuser Kanal auf die Billerhuder Insel. Es ist ein 300.000qm großes, dreieckiges Areal voller Schrebergärten, durch die grüne Wege verlaufen. Am Westufer gibt es Wassersportvereine. Hier ist es schön grün, doch an das Billeufer kommt man nicht heran.
  • Über die "Braune Brücke" wechselt man auf die Horner Marsch, eine der größten zusammenhängenden Kleingartenansiedlung Europas mit ca. 1.000 Parzellen. Es ist ein riesiges, grünes Areal, durch das man auf asphaltierten Wegen spazieren kann. Hier ist man vermutlich im Herzstück der Landschaftsachse.
  • Mittels der "Blauen Brücke" wechselt man wieder die Billeseite. Was folgt, ist unschönes Gewerbegebiet. Nur der Uhrturm der Firma Commentz & Co., das Wahrzeichen Billbrooks und eines der zehn ältesten Industriedenkmäler der Stadt, erhellt hier das Gemüt. Nix Grün!
  • Die "Gelbe Brücke" führt noch einmal auf die nördliche Seite der Unteren Bille. Eine Uferpromenade, gespickt mit zahlreichen Bänken, führt nun am Kanal entlang. Nur wenig entfernt leider auch die stark befahrene Bergedorfer Straße. Eine Lärmschutzwand tut hier not, um das grüne Idyll zu beruhigen. So ist es ein lautes Vergnügen, am Kanal entlang zu wandern.

Nach 9,5 km stößt die Landschaftsachse Bille am Schleemer Bach auf den 2. Grünen Ring. Hier endet die Tour. Der Fluss aber strebt weiter - nun als "Obere Bille", fließt durch die Boberger Niederung und den Sachenwald. Die Bille-Quelle liegt in Linau.


Die Tour auf Komoot enthält weitere Bilder

Mein Fazit:

das Grüne Potential, welches in der Landschaftsachse "Bille" steckt, wurde bisher nicht entwickelt. Die auf der Achse liegenden Parks wirken ungepflegt, an das Bille-Ufer kommt man nicht heran, die großen Gewerbeflächen, durch die die Achse führt, wirken abstoßend. Wer Kleingärten mag, wird sich auf dem großen Areal der Billerhuder Insel oder der Horner Geest, dem großen Herz der Achse, wohl fühlen. Der Promenadenweg am Ende der Tour führt schließlich doch noch an die Bille heran, aber einen grünen Genuss hat es wegen des nahen Verkehrslärms hier auch nicht nicht recht.

Die Arbeiten der ARGE: PARKS und der BBEG machen Mut, dass der bisher noch verborgene Grüne Schatz der Billeachse bald gehoben wird.

Prädikat: derzeit nur für Hartgesottene zu empfehlen.


LINKS

die Bille
die Bille


0 Kommentare

Wandern auf dem E1

Grövelsjön (Schweden) <-> Pavia (Italien)

146 Tage  | 3.429 km
bisher letzte Tour: März 2020

08/2021 geht es in Schweden auf dem Berglagsleden weiter




Drymat