Hamburgs Grünes Netz: die Osterbek-Achse

Die Achse folgt der Osterbek (Bild "Innerstädtische Alsterkanäle", Quelle: Wikipedia)
Die Achse folgt der Osterbek (Bild "Innerstädtische Alsterkanäle", Quelle: Wikipedia)

Die Osterbek fließt durch Hamburger Gebiet. Die Quelle des Bachs ist in Farmsen-Berne. Er mündet als „Langer Zug“ in die Außenalster. 

Von der Ursprünglichkeit der Osterbek, die früher einmal Bernebeke (schmaler Bach) hieß, ist nicht viel geblieben. Im Oberlauf ist sie begradigt, ein kleines Stück wurde 2003 renaturiert.

Ab der Wachtelstraße ist die Osterbek als Osterbekkanal ausgebaut, der zwischen 1863 und 1912 schrittweise zum Zweck von Industrieansiedelungen angelegt wurde. Zum Beispiel ließ sich die New-York-Hamburger-Gummi-Waaren-Compagnie am Kanal nieder. Im ehemaligen Werksgelände ist heute das Museum der Arbeit untergebracht. Ein anderes Bespiel ist die 1865 gegründete Maschinenfabrik Kampnagel, heute ein zeitgenössisches Theater. Oder das Gaswerk, dass in den 1990ern dem modernen Bürogebäude Alster-City weichen musste. Alle wurden mit Gütern aus dem Hafen über den Kanal beliefert. Die durch den Kanalbau anfallenden Erdmassen wurden übrigens für Bahndämme der Stadtbahn, der Hochbahn und der Güterumgehungsbahn verwendet.


Meine Wanderung auf der Osterbek-Achse

Eine Achse also, die an einem ehemaligen Industrieversorgungskanal entlang führt. Das klingt nicht nach einer grünen Tour. Oder doch?

Die grünen Highlights der Osterbek-Achse in einer Google Maps Karte. 

Über die Osterbek-Achse gibt es im Internet nicht viel zu lesen. Der Streckenverlauf ergibt sich aus dem Kanal- bzw. Bachverlauf. Die Tour beginnt an der Sechslingspforte, wo ab 1852 fast 20 Jahre lang Wegezoll zahlen musste, wer nach Uhlenhorst wollte. 

  • Den Weg entlang der Außenalster muss ich nicht näher beschreiben, denn jeder kennt ihn. Es geht die Schöne Aussicht entlang - und die kann man dort auch genießen. Der Weg führt direkt am grünen Ufersaum entlang, wird rege von den Hamburgern genutzt. Die Alster verlasse ich am kleinen Alsterpark, wo ich noch einmal ausgiebig den Blick über die Alster schweifen lasse.
  • Am Langen Zug schwenke ich in die Osterbek-Achse ein, die hier alle "Langer Zug" beginnt. Die vielen parkenden Autos stören nicht weiter, der Fußweg verläuft als kleine Allee direkt am Zug. Schön hier.
  • Während es durch den Hans-Henny-Jahnn-Weg geht, sieht man nichts vom Osterbekkanal. Die Autos parken kreuz und quer. Hier muss man einfach durch. Jenseits der belebten Kreuzung wird es besser. 
  • Der Weg folgt nun einem Grünstreifen die  Osterbekstraße am Kanal entlang. Verkehr gibt es fast keinen, der Fußweg verläuft separat. Mittendrin liegt der Johannes-Prassek-Park, den es erst seit 2011 gibt. Er liegt auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerkes. Nebenan bleibt der große Bürokomplex "Alster-City" recht unauffällig.
  • Wo früher die New-Yorker-Hamburger-Gummi-Waaren Compagnie produzierte, befindet sich heute das Museum für Arbeit. Vor der Tür steht TRUDE (Tief Runter Unter Die Elbe) auf dem Vorplatz des ehemaligen Fabrikgebäudes. GRÜN gibt's hier nur wenig, aber viel zu gucken. Eine alte Eisenbahnbrücke kann man auch bestaunen.
  • Nach einem weiteren Kilometer endet der Kanal an der Wachtelstraße. Ein hübsch angelegter Park folgt, durch den die Osterbek naturnah fließt. Sehr schön grün hier!
  • Lange marschiert man nun im Grünzug am Bach entlang, bis man auf das Rückhaltebecken stößt, das den Bach zum kleinen See staut. Man kann ihn umrunden. Die Wasservogelwelt scheint sich hier wohl zu fühlen.
  • Weiter geht es den Grünzug entlang, mal am rechten, mal am linken Bachufer. Brücken gibt es einige zu überqueren. Es geht vorbei an Kleingärten und Siedlungshäusern. Der Weg ist naturnah angelegt, es läßt sich gut marschieren.

Nach 10 km endet die Tour am Hopfengraben, wo sie auf den  2. Grünen Ring trifft. Hier zeigt sich die Osterbek noch einmal ganz naturnah, nachdem sie vorher im begradigten Bett geflossen ist. Während ich nach rechts zur nahen U-Bahnhaltestelle "Trabrennbahn" abbiege, mäandert der Bach nach Norden Richtung Farmsen.


Die Tour auf Komoot enthält weitere Bilder

Mein Fazit:

Der Weg entlang der Landschaftsachse "Osterbek" verläuft konsequent in Grünzügen immer nah an der Osterbek. Mal sind sie schmal, mal park ähnlich breit. Der Untergrund ist meist naturbelassen und immer angenehm zu gehen. Von den ehemaligen Industrieansiedlungen, die störend wirken könnten, ist nichts mehr übrig. Die Achse wurde schon vor Jahren gestaltet und hat sich seitdem nicht viel verändert. 2011 kam der Johannes-Prassek-Park als neue Grünfläche hinzu.

Prädikat: für einen entspannten Spaziergang immer zu empfehlen. 


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Osterbek
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