Hallandsleden (E1-S1)

der Hallandsleden - wild romantisch und gut markiert
der Hallandsleden - wild romantisch und gut markiert

Der Hallandsleden verläuft durch die waldreiche Provinz Halland im südöstlichen Schweden. Er ist insgesamt 380km lang, der E1 stößt etwa auf der halben Wegstrecke dazu. Von Varberg geht es bis zu einem kleinen See kurz vor Lindome an der Provinzgrenze, dort - mitten im Wald - wechselt man nach 130km für ein kurzes Stück auf den Bohusleden.

6 Etappen auf dem Hallandsleden

Charakteristik

Ab Varberg geht es die ersten östlich verlaufenden zwanzig Kilometer zunächst durch Vororte und dann auf asphaltierten Wegen an Feldern und Wiesen entlang. Im weiteren Verlauf der Strecke geht es überwiegend durch waldiges Gebiet, durch den der Weg auf breiten Forstwegen oder verschlungenen Waldpfaden geführt wird. Gelegentlich trifft man auf asphaltierte Strassen, öfters auf grobe Schotterwege, die auch immer dann in den Wäldern vorkommen, wenn Rodungsarbeiten bevor stehen oder bereits gewütet haben. Die Waldwirtschaft wird hier intensiv betrieben, weshalb man gelegentlich auch über frische Rodungsflächen gehen muss, was nicht anheimelnd wirkt. Ein Wegstück führt unter Überlandleitungen entlang. Man kommt an Seen und Tümpeln vorbei, meist idyllisch und einsam gelegen. Sind sie mit Fahrzeugen erreichbar, werden sie bei gutem Wochenendwetter gerne von Einheimischen aufgesucht. Baden kann man in den wenigsten Seen, entweder weil sie nicht zugänglich sind oder weil das Wasser aufgrund des moorigen Geländes so braun gefärbt ist, dass man den Untergrund nicht sehen kann. Aber die Mutigen trauen sich bestimmt hinein, ich war da eher vorsichtig. Einige Badestellen gibt es aber auch.

Übernachtungen

Auf dem Hallandsleden bietet es sich an, im Zelt und/oder Sheltern zu übernachten. Meine Stationen waren diese (km-Angabe von Varberg aus):

Åkkula Friluftsgard (21km), 1. Etappe, Übernachtung

Eine einfache Hütte gibt es (ohne Verpflegung) für kleines Geld (<30€). Bezahlt werden kann mit Kreditkarte. Frühstück und Abendbrot gibt es auf Wunsch auch. Sanitär, Küche, Dusche. Man kann auch ein komfortables Zimmer nehmen. Ich war an einem Donnerstag dort, da war nichts los. Ab Freitag über das Wochenende sollte es ausgebucht sein, meinte die Dame an der Rezeption.

Schutzhütte Gällarpesjon, 38km, 2. Etappe, Mittagspause

Ein Shelter im schattigen Wald in der Nähe eines kleinen Sees. Trocken und recht sauber. Feuerstelle vorhanden, aber keine Toilette. Wasser kann im nahen See geschöpft werden. Baden nur für Mutige.

Dorf Jytatorp, 47km, 2. Etappe, Übernachtung

Jytatorp ist ein kleines Dorf nahe des Sees Mäsen. Hier stehen viele Wochenendhäuser. Die Menschen sind nett und erlauben das Übernachten mitten im Dorf am Sportplatz. Sie haben sogar eine Zapfstelle für Frischwasser eingerichtet. Der Brunnen holt Quellwasser aus 80 m Tiefe, erzählte mir ein Bewohner.

Es gibt eine Feuerstelle, Bänke und einen Tisch. Total ruhig in der Nacht.

Wanderheim Stättereds, 77km, 3. Etappe, Übernachtung

Als ich hier am Samstag ankam, war die gesamte Anlage für das Wochenende von Privat gemietet. An normalen Tagen ist sicher auch ein Wanderer willkommen. Weil es in Schweden das Jedermannsrecht gibt, durfte ich auf dem Parkplatz campen und Toilette und Waschbecken benutzen. Echt nett von den Leuten.

Abends kamen Kühe vorbei und lugten neugierig über den Zaun und die Schafe blöckten mich in den Schlaf.

Shelter bei Aeskulat, 93km, 4. Etappe, Mittagspause (im Hofmuseum)

Ein feines, sauberes Shelter mit Bank und Feuerstelle. Plumsklo nebenan, ebenso eine öffentliche Toilette, in der man auch Frischwasser bekommt. In der Nähe ist das Hofmuseum Aeskulat, wo es Kaffee, Kuchen und kleine Snacks gibt. Und viel zu sehen.

See Lygern, 102km, 4. Etappe, Übernachtung

da in Schweden das Jedermannsrecht gilt, darf man direkt am See übernachten. Frischwasser und eine Toilette gibt es im nahe gelegenen Museum Naturum Fjärås Bräcka oberhalb des Sees. Eine Badestelle ist vorhanden, die gerne von Einheimischen bis spät abends besucht wird. 

Shelter am Stora Hassungaredssjön, 124km, 5. Etappe, Übernachtung

ein Shelter direkt am Stora Hassungaredssjön, das schon am Bohusleden gelegen ist. Ein Stichweg führt die 600 m direkt zum See.

Was zunächst nach einer Offenbarung ausschaut, erweist sich beim Näherkommen als baufällig Hütte, die aber noch dicht hält. 

Ausstattung: Tisch, Bank und Schlafbank, Grillplatz, keine Toilette, Wasser aus dem See.

In der Hütte war ein kleines Wespennest, deshalb habe ich es vorgezogen, im Zelt zu schlafen.

Nach dem ausgiebigen Regen des Tages gab es am See viele kleine Krabbelmücken, die nervig waren, in die Ohren krabbelten und in die Haut kniffen. Sie waren so klein, dass sie durch das Mash meines Innenzeltes krabbeln konnten. Der Abend am See war nicht so romantisch, wie es aussschaut und die Nacht war nervtötend.

Nachts hörte man Fluglärm vom Flugplatz Göteborg und etwas Straßenlärm. Das hat aber weit weniger gestört als die Krabbelviecher.

Einkaufen

Auf der 130km langen Strecke gibt es - abgesehen vom Startpunkt Varberg und Zielort Lindome - nur eine Möglichkeit im Tempo-Supermarkt in Fjärås, der gut sortiert ist.

Cafés

Die Möglichkeiten, Kaffee, Kuchen oder Snacks zu genießen, treten etwas geballt auf:

  • Äskulat, Hofmuseum, km 93
  • Museum Naturum, 104km
  • Fjäras: Aesa Hembageri, km 110

Kirchen

Man kommt an zwei schönen Kirchen vorbei.


Wanderbericht

Im Mai 18 konnte ich nach einer mir unendlich lang erscheinenden Winterpause den Weg auf dem E1 fortsetzen. Mit dem Zug ging es über Dänemark nach Varberg, um die Wanderung durch Schweden mit dem Hallandsleden zu beginnen.

Ich wollte bis nach Göteborg kommen oder noch weiter. Doch nach ein paar Tagen befiel mich wieder - wie schon in Dänemark - dieser sonderbarer Koller, der mich in den Nordländern offenbar leicht befällt. Nach nur fünf Etappen (130km) war kurz vor Göteborg in Lindome Schluss; ich hatte einfach keine Lust mehr zum Wandern. Es lag vermutlich an der ungewohnten Mischung aus Einsamkeit, sintflutartigen Regenfällen, schwüler Hitze und vor allem aber an diesen kleinen, fiesen "Kribbelmücken", die mich am letzten Abend heimsuchten. Darauf war ich nicht vorbereitet. 

Tour 1: E1-S1-Hallandsleden (PDF, 11MB)
Tour 1: E1-S1-Hallandsleden (PDF, 11MB)

Hallands- und Bohusleden

Tipps zum Weg (english):

- Northern Hallandsleden (1)

Hallandsleden (2)

- Bohusleden

 

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Hallands- u. Bohusleden
mein "Spickzettel" für den geplanten Tourverlauf. Ganz so lief es nicht.
E1-S-01-Hallandsleden.pdf
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Packliste für S-01 - Hallandsleden
geplant war für 14 Tage, tatsächlich wurden es nur 6 Etappen
S_01_Packliste.pdf
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Proviantliste
Die Liste basiert auf eine Voll-Versorgung für 8 Tage. Nach vier Tagen gab es die erste Möglichkeit der Nachversorgung. Es hätte ab da jeden Tag eine Einkaufsmöglichkeit gegeben.
Außer Kaffee, Kuchen und einer Suppe in einem Café und zwei Museumsshops habe ich nicht nachgekauft.
Insgesamt war der Rucksack durch den Proviant zu schwer.
S_01_Proviantliste.pdf
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Wandern auf dem E1:

124 Tage, 2.865 km (+300km Bus+Bahn)

durch bisher 4 europäische Länder.

Der vorläufig nördlichste Punkt: Mora (Schweden)

Der vorläufig südlichste Punkt: Morcote, (Schweiz)

Drymat



mein Kanal: Michael-wandert
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