Hamburg-Tour: NSG Wittenbergen+ Blankeneser Elbufer

Das NSG Wittenberge liegt am westlichen Ende von HH, oberhalb der Abbruchkanten des Elbhangs
Das NSG Wittenberge liegt am westlichen Ende von HH, oberhalb der Abbruchkanten des Elbhangs

Das Naturschutzgebiet Wittenbergen liegt direkt am Elbufer. Nur ein Katzensprung noch und die Hamburger Stadtgrenze ist erreicht. Es ist nicht mehr weit nach Wedel, das bereits in Schleswig Holstein liegt.

Auch der Elbhang lockt mit schroffer Kante, selbst faszinierende Kulisse, wer am Elbestrand steht, dem letzten Naturstrand Hamburgs. Auch Parks und das Blankeneser Treppenviertel sind Erkundungen wert. Eine abwechslungsreiche Tour wartet auf den Wanderer.

Aber Achtung: die Tour ist anstrengend. Wer glaubt, Hamburg sei flach, wird in Blankenese eines Besseren belehrt.


Es ist zwar bereits Mitte Dezember und die Weihnachtszeit ist nah, doch statt Grau in Grau scheint die Sonne hell aus azurblauem Himmel. Kaiserwetter wie dieses sind selten in Hamburg und sollten zum Wandern genutzt werden! Viele Hamburger denken offenbar wie ich, denn der Elbstrand ist voller Leute.

Die Tour startet im beschaulichen Blankenese. Nach einem heißen Kaffee im Starbucks Coffee House gegenüber dem S-Bahnhof Blankenese kann es los gehen.

Blankeneser Treppenviertel

das Blankeneser Treppenviertel
das Blankeneser Treppenviertel

Vom S-Bahnhof geht es quer durch den kleinen Hessepark, an dessen Ende ein fulminanter Blick über das Treppenviertel wartet. Gegenüber liegt der Süllberg, mit 76m eine der höchsten Erhebungen Hamburgs. Zweimal wurde auf dem Gipfel eine Burg gebaut. Heute ist dort ein edles Restaurant beheimat. Die in den Hang gebauten ehemaligen Fischerhäuschen lassen mich an Italien denken, der blaue Himmel darüber tut ein übriges. Wer hier wohnt, kann sich glücklich schätzen. Hier reicht der Blick weit über die Elbe bis in das Alte Land.

Fähranleger Blankenese

der Fähranleger Blankenese. Hier kann man große Pötte vorbeiziehen sehen
der Fähranleger Blankenese. Hier kann man große Pötte vorbeiziehen sehen

Eine lange Treppe führt vom Hessepark hinab zur Elbe und endet direkt am Fähranleger Blankenese. Hier kann man mit einer HADAG-Fähre nach Cranz übersetzen. Ich werde sie auf einer späteren Tour nutzen.

Das große Kreuzfahrtschiff MS Columbia kommt gerade die Elbe herauf. Ich beobachte, wie es langsam am Anleger vorbei zieht. 

Blankeneser Strandweg, Falkensteiner Ufer und Hundestrand

Für ein paar Kilometer geht es nun den Elbstrand entlang, vorbei an den für die Schifffahrt wichtigen Unterfeuer Blankenese und Wittenbergen. Dazwischen liegt das Falkensteiner Ufer, am Hundestrand tollen zahlreiche Hunde ganz ohne Leinenzwang im feinen Sand und im Wasser herum. Das Heck eines Wrack ragt nicht weit vom Strand aus dem Wasser. Ein tragischer Unfall ließ das Binnenschiff Uwe vor vielen Jahren hier stranden. Es ist nur bei Ebbe zu sehen.

Das alte Wasserwerk Baursberg findet sich in der Nähe. Vor hundertfünzig Jahren pumpte man noch Elbwasser den 90m hohen Baursberg hinauf, ließ es durch natürliche Sandfilter reinigen und leitete es nach Altona zu den Verbrauchern. Das Wasserwerk wird schon lange nicht mehr gebraucht. Es verfiel. Die verbliebenen Bauruinen werden derzeit zu Wohnhäusern umgestaltet.

NSG Wittenbergen

das NSG Wittenbergen wartet in der Mitte mit Heideflächen auf
das NSG Wittenbergen wartet in der Mitte mit Heideflächen auf

Kurz vor der Stadtgrenze geht es eine Treppe den Elbhang hinauf. Ein Abstecher zum Oberfeuer Tinsdal ist der westlichste Punkt der Tour. Zurück geht es zunächst durch das Naturschutzgebiet Wittenbergen, das mit Heidelandschaft, Eichenkrattwäldern und Binnendünen auftrumpft. 

Parks und "Berge"

schöne Elbblicke warten auf dem Rückweg
schöne Elbblicke warten auf dem Rückweg

Hoch über dem Elbstrand geht es den Geestrücken entlang. Schöne Weitblicke sind der Lohn des mühsamen Weges, der jeden Hügel mitnimmt. Von wegen, Hamburg sei flach! Hier wird man eines Besseren belehrt. Das nächste Mal würde ich diese Tour in entgegen gesetzter Richtung laufen.

Der weitere Weg führt durch ganz entzückende Gärten: LuusparkSven-Simon ParkRömischer Garten.  Zwei "Berge" sind auch dabei: der Tafelberg und der Süllberg.

 

Das Treppenviertel in der Abendsonne. Auf der anderen Seite ging es morgens die Treppen hinab zum Elbanleger
Das Treppenviertel in der Abendsonne. Auf der anderen Seite ging es morgens die Treppen hinab zum Elbanleger

Hinter dem Süllberg geht es noch einmal treppab und treppauf durch das schöne Blankeneser Treppenviertel. Den Weg, den ich am Morgen nahm, sehe ich nun von der anderen Seite in der Abendsonne liegen. Der Rundweg ist fast komplett.

Vor dem Blankeneser S-Bahnhof könnte jetzt noch zum Abschluss der beschaulich wirkende Weihnachtsmarkt locken, auf dem es betörend nach Maronen und Glühwein riecht. Ok, auch nach Bratwurst. Blankeneser halten nach Weihnachtsbäumen Ausschau. Wer fündig wurde, schleppt seinen Baum von dannen.

Ich dagegen steuere lieber ein weiteres Mal das Starbucks Coffee House an und gönne mir einen Milchkaffee und süßen Kuchen.

Das Resumé dieser Tour: die alte hanseatische Volksweisheit scheint zu stimment:

Mehr als Blankeneser kann ein Hamburger nicht werden.“


Bilder zur Tour



Wandern auf dem E1:

in bisher 106 Tagen 2.515 km

durch vier europäische Länder.

Drymat



mein Kanal: Michael-wandert
mein Kanal: Michael-wandert

Blogverzeichnis Bloggerei.de