Hamburg-Tour: NSG Rothsteinsmoor, Bornbach, Ochsenzoll und Tarpenbek

das Rothsteinsmoor ist nur klein und man kommt auch nicht hinein
das Rothsteinsmoor ist nur klein und man kommt auch nicht hinein

Das Naturschutzgebiet Rothsteinmoor liegt vis a vis zum Hamburger Flughafen. Es ist so klein, dass es für sich gesehen nicht viel her gibt. In der Nähe aber liegt ein kleiner Stausee, von Bornbach und Tarpenbek gespeist. Und wenn man die Bäche bewandert, ergibt sich eine ansehnlichen Rundtour. Als Dreingabe spaziert man den Ochsenzoll entlang, der beide Bäche verbindet. 


Es ist Montag, ich habe frei. Es scheint ein vielversprechender Dezembertag zu werden, an dem die Sonne lacht. Also auf, runter vom Sofa!

Mit dem Stadtrad geht es vor die Tore Hamburgs
Mit dem Stadtrad geht es vor die Tore Hamburgs

Mit dem Stadtrad geht es Richtung Flughafen zur Station an der Hugo-Kirchberg-Straße/Tesa, die bereits auf Schleswig-Holsteiner Gebiet liegt und vermutlich auf Bestreben der Firma Beiersdorf entstand, die 2015 ihren Firmensitz von Hamburg nach Norderstedt verlegte. An diesem Morgen ist die Station randvoll mit abgestellten Rädern belegt, aber vermutlich ist das jeden Werktag so. Zum Glück kann man das Rad ja auch mit dem eigenen Schloss verriegeln und die Fahrt beenden. 

NSG Rothsteinsmoor

Das NSG Rotsteinmoor ist nur klein
Das NSG Rotsteinmoor ist nur klein

Vorbei geht es am Bornbachstausee, dann über den leider viel befahrenen Kronstieg zum kleinen Rothsteinsmoor, das aus Laubwald, Heide und einer kleinen Sanddüne besteht. Wirklich spektakulär ist es nicht und der Lärm startender Flugzeuge und vorbei fahrender Autos stört hier die Ruhe. Schnell bin ich durch mit dem Besuch dieses Naturschutzgebietes. Abgehakt und weiter, glücklicherweise steht ja noch mehr auf dem Programm. Der angrenzende Wald, durch den ich den Weg zurück zum Stausee nehme, ist viel schöner und auch ruhiger als das eigentliche NSG.

Bornbach

eine von vielen Brücken über den Bornbach
eine von vielen Brücken über den Bornbach

Der Bornbach fließt in die Tarpenbek und speist zusammen mit ihr den Bornbach-Stausee. Dem Bach kann man ca. 7km Länge bis zur Hamburger Stadtgrenze folgen. Er fließt in seinem begradigten Bett gemächlich dahin, die Ufer sind von altem Bäumbestand gesäumt. Obwohl noch stadtnah, ist Bebauung recht weit weg und nur gelegentlich stößt ein Schrebergarten an den Bachlauf. Insgesamt ist es eine abwechslungsreiche Strecke, garniert mit zahlreichen Brücken, auf denen man immer mal wieder die Uferseite wechselt. Mittendrin liegt ein kleiner See, an dem man rasten kann. Das haben auch die Gänse gemerkt, die friedlich auf dem Rasen äsen und mir während meiner Rast immer mehr auf die Pelle rücken.

Wo der Bornbach beginnt, ist nur ein Rohr, aus dem es träge tröpfelt, Erstaunlich, dass daraus ein so ansehnlicher Bach wird. 

Hier geht es nun nach links auf den Ochsenzoll.

Ochsenzoll

Infotafel zum Ochsenzoll
Infotafel zum Ochsenzoll

Der Ochsenzoll ist heute ein Wohnstrasse, über die man vom Bornbach zur Tarpenbek wechseln kann. Es ist auch ein Stadtgebiet an der Hamburger Landesgrenze zu Norderstedt. 

Vom 15. bis ins 19. Jahrhundert hinein lag hier eine wichtige Zollstation, an der jährlich bis zu 50.000 Ochsen verzollt werden mussten, die von den Weiden Dänemarks über den langen Ochsenweg (in Dänemark heißt er Haervejen) durch Jütland und Schleswig-Holstein bis an die Stadtgrenze Hamburgs getrieben wurden. Wer sich damals um den Zoll drücken wollte, trieb seine Ochsen auf dem "Schmuggelstieg" heimlich an der Zollstelle vorbei. 

Eine Infotafel in der Geschäftsstrasse nahe der Tarpenbek gedenkt der alten Zeiten.

Wer mag, besucht noch die evangelischen Kirchen St. Jürgen und St. Annen.

Tarpenbek

die Tarpenbek
die Tarpenbek

Die Infotafel steht auf einer Brücke, darunter fließt die Tarpenbek. Ich folge nun ihrem begradigten Bachlauf zurück Richtung Flughafen. Ihre Ufer sind üppig bewachsen und der Weg ist gut zu gehen, mancherorts allerdings ist es matschig. Das ist kein Wunder im Dezember und genau so will ich es haben!

Denn schließlich mache ich diese Touren nicht nur aus Spaß, sondern auch als Vortraining für die feuchten Weiten Schwedens.

Je näher der Bornbach Stausee kommt, je mehr nimmt der Fluglärm wieder zu. Richtig unangenehm ist das entfernte Grollen der Turbinen jedoch nicht. Das mag auch an der Windrichtung liegen, die heute vielleicht günstig ist. Da empfinde ich Straßenlärm als schlimmer.

Am Ende der Tour stehe ich wieder auf der Brücke, an der Bornbach und Tarpenbek zusammen fließen und dann in den nahen Stausee. Auf der anderen Seeseite fließt die Tarpenbek alleine weiter. Ihr Weg führt am Flughafengelände entlang und, zweimal verrohrt, hindurch. 

zusammen fließen Bornbach (links) und Tarpenbek (rechts) in den Bornbach-Stausee
zusammen fließen Bornbach (links) und Tarpenbek (rechts) in den Bornbach-Stausee

Eine schöne Tour bei bestem Dezemberwetter. 


NSG Rotsteinsmoor
NSG Rotsteinsmoor
Info zur Tarpenbek
Info zur Tarpenbek
Info zum Ochsenzoll
Info zum Ochsenzoll


meine Bilder zur Tour