Hamburg-Tour: NSG Höltigbaum + Tunneltal

Herbst im Naturschutzgebiet Höltigbaum
Herbst im Naturschutzgebiet Höltigbaum

Ein schöner Herbsttag lockte mich Anfang November in den Hamburger Osten, wo drei zusammenhängende Naturschutzgebiete eine abwechslungsreiche Wanderung auf Hamburger Stadtgebiet ermöglichen.


Die Tour beginnt an der U-Bahn-Station Farmsen und endet an der U-Bahn-Station Ahrensburg - Ost. Nach Farmsen kommt man auch mit dem Stadtrad, doch Ahrensburg liegt schon zu weit außerhalb. Zurück geht es nur mit der U-Bahn.

Farmsen ist ca. 8 km von den Naturschutzgebieten entfernt, doch der Weg dorthin erstaunlich grün. Es geht an der Berner Au und der Wandse entlang. Nach eineinhalb Stunden Fußmarsch ist das Naturschutzgebiet Höltigbaum erreicht. An der rückwärtigen Hauswand des Informationscenters "Haus der Wilden Weiden" gibt es geschützte Bänke für eine ausgedehnte Pause.

Weiter geht es danach entweder auf der alten Panzerstraße oder, was ich vorzog, auf  schmalen Pfaden entlang offener Weiden, wo Rinder ganzjährig grasen. Doch Achtung: die Wege können im Herbst sehr matschig sein.

Ein kurzes Stück geht es an der Bahnlinie entlang und dann, um abzukürzen, querfeldein.

So wechselt man in den Ahrensburger Teil des NSG Tunneltals. Der Weg führt weiter durch lichten Buchenwald, linkerhand fällt der Blick auf moorige Wiesen, durch die sich der Stellmoorer Quellfluss windet.

Jäh endet die Tour in Ahrensburg. Kaum hat man den Wald verlassen, ist man auch schon an der U-Bahn Station, die einen in vierzig Minuten zurück in die Hamburger City bringt.


Höhepunkte

Auen

Eine Aue ist ein kleines Fließgewässer.

Die Berner Au hat keine eigentliche Quelle, sondern bildet sich in einem Wiesengebiet in Volksdorf, fließt durch Sasel und Farmsen. 2014 wurde der Bachlauf zum Überschwemmungsgebiet erklärt und der ursprüngliche Bachlauf teilweise wieder hergestellt.

Der Weg führt auch direkt am Kupferteich vorbei, durch den die Au fließt. 

die Wandse
die Wandse

Die Au mündet kurz vor dem Ostender See in die Wandse, die außerhalb der Hamburger Stadtgebiets im Kreis Stormarn entspringt und in der Alster mündet.

Auch für die Wandse gibt es Renaturierungsbemühungen, u.a. soll die Bachforelle sich dort wieder heimisch fühlen.

Das Naturschutzgebiet Höltigbaum

savannengleiche Grasland im NSG Höltigbaum
savannengleiche Grasland im NSG Höltigbaum

Wo früher Panzer das Land umpflügten, grasen heute ganzjährig Heidschucken, Galloway- und Highlandrinder auf savannengleichem Grasland. Lange Jahre wurde das Gelände militärisch genutzt, dann 1992 unter Naturschutz gestellt. Von dieser Zeit zeugt nur noch eine Panzerstraße. 

Weitere Informationen: Wikipedia

Das Naturschutzgebiet Tunneltal

Findlinge im NSG Tunneltal
Findlinge im NSG Tunneltal

Das Tunneltal verläuft an der Bahnlinie Hamburg - Lübeck. Es gliedert sich in die NSG Stellmoorer- und Ahrensburger Tunneltal und grenzt unmittelbar an das NSG Höltigbaum.

Hier formte die Eiszeit tiefe Schmelzwasserrinnen, Geländerippen und Drumlins (Höhenrücken). Findlinge liegen hier herum. Das Tunneltal ist einerseits sehr sumpfig und an den Rändern waldreich. Es konnte landwirtschaftlich kaum genutzt werden und so seinen ursprünglichen Character weitgehend bewahren. Für archäologisch Interessierte gibt es einen archäologisch- naturkundlichen Rundwanderweg, auf dem man erfährt, dass hier regelmäßig Rentiere entlang zogen und von späteiszeitlichen Rentierjägern aufgelauert wurden.

Weitere Infos


Bilder zur Tour

Hier geht es zu den Bilder in meiner Dropbox.