Auf dem E1 in der Schweiz unterwegs (E1-CH-00)

Wandern in der Schweiz
Wandern in der Schweiz

Im Spätsommer 2017 ging es auf dem E1 durch die Schweiz.

 

Dieser Artikel beschreibt detailliert den Weg, den der E1 längs durch die Schweiz nimmt und den ich nun gehen werde.

Der E1 in der Schweiz

Der E1 durch die Schweiz (Quelle: https://e1.hiking-europe.eu/e1/etappen/schweiz)
Der E1 durch die Schweiz (Quelle: https://e1.hiking-europe.eu/e1/etappen/schweiz)

Der E1 durchquert die Schweiz von Nord nach Süd. Gestartet wird in Konstanz am Bodensee, es geht durch das Mittelland, die Voralpen und Alpen. Am Gotthardpass wird auf 2.106m der höchste Punkt des gesamten E1-Fernwanderwegs erreicht. Nach  mehr als 300km endet die Tour in Morcote am Luganer See an der Schweizer Grenze. Auf der anderen Seeseite liegt Italien.

Vierzehn Etappen sind einzuplanen.

Informationen zu den einzelnen Etappen findest du auf der tollen Site von Sven Leverenz:

hiking-europe.eu


Die lokalen Wanderwege

Der Schweizer Abschnitt des E1 nutzt drei lokale Weitwanderwege und deren Wegmarken. Der E1 selbst ist nicht markiert.

Schwabenweg / Via Jacobius (E1-CH-01)

Der Schwabenweg verläuft von Konstanz am Bodensee nach Einsiedeln im Kanton Schwyz. Im Mittelalter kamen vorwiegend Schwaben aus dem Norden und benutzen diesen Pilgerweg gen Süden. Daher der Name.

Er ist Teil des Via Jacobi, der von SchweizMobil als Weg Nr 4 gekennzeichnet wurde. Dieser Schweizer Jacobsweg verläuft weiter über Schwyz am Vierwaldstättersee bis nach Genf.

Bis zum Vierwaldstättersee folgt man dem Via Jacobi.

 

Eine 5-Tages-Tour mit den Etappen

(1) Maerstetten,

(2) Fischingen,

(3) Rapperswiel am Zürichsee,

(4) Einsiedeln,

(5) Brunnen am Vierwaldstätter See

 

Eine Wegbeschreibung des Verein Jakobsweg.ch

Highlights am Wegesrand

  • Konstanz: ist einen Stadtbummel wert.
    Hafen mit der erotischen Statue Imperia, Münster (als Startpunkt), Innenstadt
  • Hörnli: der erste Berg, den es auf dem Schweizer Teil des E1 zu bewältigen gibt. Auf 1.133m gibt es nahe des Gasthauses Hörnli eine herrliche Aussicht
  • Zürichsee: die Holzbrücke, die durch den Zürichsee verläuft und Rapperswiel mit Hurden verbindet. Sie wurde 2001 wieder aufgebaut.
  • die Mythen, ein Bergmassiv im Kanton Schwyz kurz vor dem Vierwaldstätter See. Zwei markante Felsspitzen erheben sich als Kleiner und Großer Mythen fast 1.900m steil in die Höhe.
  • die Teufelsbrücke (Egg), die über die Sihl führt.
  • Einsiedeln: die Klosterkirche in Einsiedeln ist der meistbesuchte Wallfahrtsort der Schweiz und Etappen- oder Endziel vieler Pilger.
  • Vierwaldstätter See: ein großer See, dessen Name von den vier angrenzenden Walden (heute: Kantone) herrührt. Auf dem See verkehren vier fast hundert Jahre alte Raddamper.

Weg der Schweiz

Der Weg der Schweiz verläuft um den südlichen Teil des Vierwaldstätter Sees, der auch Urnersee genannt wird. Der Weg beginnt in Brunnen, tangiert die Orte Sisikon, Flüelen, Isleten, Bauen und endet nach 35km in Rütli. Der E1 nutzt den 14km langen Abschnitt von Brunnen bis Flüelen. Es geht dabei immer am See entlang. Das Teilstück von Brunnen nach Sisikon ist mit einem recht steilen Anstieg den Morschach hinauf und auch wieder hinunter verbunden. Dabei entfernt man sich ein Stück weit vom See. Ab Sisikon bleibt man dagegen direkt am Ufer, aber rauf und runter geht es weiter in munterer Folge. Hier geht man auf den Spuren Wilhelm Tells, des legendären Freiheitskämpfers, der Friedrich Schiller als Grundlage eines Bühnenwerkes diente.

 

Wer schon den E1 bis hierher gegangen ist, präferiert vielleicht eine Fahrt mit einem der alten Schaufelraddampfer von Brunnen nach Sisikon oder Flüelen. Nach fünf Wandertagen hätte man doch eine Pause verdient, oder?

Highlights am Wegesrand

  • Dampfschiffahrt auf dem Vierwaldstätter See: auf dem See verkehren noch fünf Seitenraddampfer, die zwischen 1901 und 1928 gebaut wurden und im Originalzustand erhalten sind. Haltestellen liegen entland des Weges der Schweiz, auf dem westlichen Ufer sind es Sisikon, Tellsplatte und Flüelen.
  • Tellsplatte: südlich von Sisikon, unmittelbar unter der Steilwand Axen hat gemäß der Sage der rettende Sprung Wilhelm Tells vom Boot des Landvogts Gessler an Land stattgefunden. Dieser Punkt wird seitdem die Tellsplatte genannt. Heute steht dort die Tellskapelle. Sie enthält vier Fresken, die die Geschichte Wilhelm Tells und des Landvogts Gessler erzählt (Apfelschuss, Tellsprung, Gesslers Tod, Rütlischwur). Durch den Tod Gesslers und dem nachfolgenden Rütlischwur wird der Bund der Schweiz begründet.
  • Glockenspiel: nahe der Tellsplatte wurde ein Glockenspiel errichtet. Es ist ein Geschenk der Schweizer Schokoladenfabrikanten, spielt auf Knopfdruck mit 37 Bronzeglocken verschiedene Melodien, die tagsüber zur vollen Stunde ausgewäht werden und für für zehn Minutenin Betrieb genommen werden.

Trans Swiss Trail (E1-CH-03)

Auf der Site von Schweiz Mobil kann man über den Trans Swiss Trail folgendes lesen:

"Der Fernwanderweg Trans Swiss Trail von Porrentruy nach Mendrisio ist eines der letzten grossen Abenteuer in der hochentwickelten Schweiz. Vielfältige Landschaften, Kulturen und Sehenswürdigkeiten warten auf 32 Etappen und 488 Wegkilometern."

 

Der E1 nutzt etwa 180km davon. Er begleitet den Trail von Flüelen bis fast zum Ende, das für den E1 am Luganer See in Morcone liegt, während der Trail noch jenseits des Sees weiter verläuft bis nach Mendriso.

 

Dabei muss der Gotthardpass und damit der höchste Punkt (2.106m) des E1 überschritten werden, danach folgt der Trail auf den Höhen dem Fluss Ticino, in dessen Tal sich die Verkehrswege geballt durch die wie Perlen an der Kette aufgereihten Orte schlängeln. Davon wird man in der Höhe hoffentlich nicht viel mitbekommen.

Während auf der nördlichen Seite noch Deutsch geprägt ist, herrscht jenseits des Passes die italienische Lebensart vor. Man erkennt es an der Sprache, an dem Baustiel, den Palmen und auch am mediterranen Wetter.

Highlights am Wegesrand

  • Schöllenenschlucht: sie liegt zwischen Göschenen und Andermatt. Durch die Schlucht fließt die Reusch. Bevor die Teufelsbrücke gebaut war, galt die Schlucht als unüberwindbares Hindernis auf der Route über den Gotthardpass.
  • Gotthardpass: ist ein wichtiger Verbindungsweg über die Alpen. Der Gebirgspass verbindet die Orte Andermatt im Norden (Kanton Uri) und Airolo im Süden (Kanton Tessin). Der Trail verläuft auf dem alten Saumweg, der im 13.Jhd. angelegt wurde. Daneben gibt es die erste Straße mit Granitbelag, das Teilstück mit den Serpentinen ist bekannt als Tremola und Kulisse vieler Filme und die "neue" Strasse, die mit vielen Brücken und einem Tunnel eine schnellere Verkehrsführung ermöglichte. Unter dem Gotthard verlaufen ein Autobahn- und ein Eisenbahntunnel.
  • die alten Bergdörfer entlang des Trails oberhalb des Flusses Ticino
  • der Trail selbst mit seiner wilden Wegführung, den vielen Wasserfällen und den schönen Talblicken
  • die Kastanienwälder
  • Bellinzona, Hauptstadt des Tessins: seine Befestigungsanlagen, die Piazzas
  • Lugano und der Luganer See
  • Monte San Salvatore: aus Paradiso führt eine Seilbahn hinauf auf den Berg. Von der Kapelle hat man ein sagenhaftes Panorama über den See.

Das Ziel des E1 ist Morcoto an der italienische Grenze, vielleicht ist auch schon in Lugano für mich Schluss.

Acht Tagesetappen wird es wohl dauern, den Trail zu bezwingen.


Übernachtungsoptionen

So schöne Shelter wie in Dänemark gibt es in der Schweiz wohl nicht. Auch Campingplätze scheinen rar gesät zu sein. Dafür gibt es zahlreiche Pilgerunterkünfte, Pensionen, Hotels und einige International Youth Hostels am Weg.

In der Schweiz gilt das Jedermannsrecht, damit darf man in der freien Natur übernachten, sofern man dort keinen Schaden anrichtet.

Meine Vorbereitung

dieses Mal bin ich ultra-leicht unterwegs
dieses Mal bin ich ultra-leicht unterwegs

Da der Weg ziemlich weit ist und auch viele Höhenmeter zu überwinden sind, habe ich mich -nach einigem Hin und Her- entschieden, mit möglichst wenig Gepäck unterwegs zu sein. Ich nehme also meinen kleinen 24l Rucksack, weil er weniger wiegt als der 40+10. Das impliziert dann auch den Verzicht auf Zelt und Schlafsack und damit die Übernachtungsoption unter freiem Himmel.

Ich werde also zwei Wochen mit ultraleichten 8,5kg (s. Packliste) unterwegs sein. Und weil der Rucksack so wenig wiegt, kann ich auch die leichten Wanderstiefel anziehen. Nichts ist redundant und ich muss darauf bauen, dass ich am Ende des Wandertages eine geeignete Unterkunft finde. Vorgebucht ist nichts.

  • Vorteil: wenig und leichtes Gepäck ermöglichen ein schnelleres und entspannteres Vorankommen, auch die vielen Höhenmeter werden leichter zu bewältigen sein.
  • Nachteil: dieser Wanderurlaub wird wesentlich teurer als die anderen. Für Unterkunft und Verpflegung kalkuliere ich durchschnittliche 100-130€ / Tag, denn die Schweiz ist nicht preiswert.
Download
Packliste für die 14 Tage in der Schweiz
Ich habe das Gepäck auf das Wesentlichste reduziert. Weniger geht nicht. Ich hoffe, das geht gut aus.
Packliste CH Ultraleicht.pdf
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