Lago di Garda (Italien) - der Südwesten

Blick vom Castello di Moniga über den Lago bei Abendämmerung
Blick vom Castello di Moniga über den Lago bei Abendämmerung

Der Urlaub 2017 führt uns an den Gardasee (ital. Lago di Garda). Wir haben uns für den touristisch nicht so überlaufenen Südwesten bei Saló entschieden.

Obwohl Erholung im Vordergrund steht, gibt es auch interessante Wanderungen.


Über den Gardasee

Lage (Google Maps)

Der Gardasee liegt südlich der Alpen. Er ist seit vielen Jahren ein sehr beliebtes Reiseziel. Rund um den See gibt es Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätze. Feriensaison ist von März bis Oktober, die meisten Gäste sind im Juli und August da.

Das Klima ist sub-mediterran mit heißen Sommern und milden Wintern.

Wir haben uns für südwestliche Seite zwischen Deszenszano und Manerba entschieden, eine Freundin hat dort ein Appartment in Solano, das sie an Freunde und gute Bekannte vermietet.

Die Berge sind nicht so hoch wie am nördlichen Gardasee, doch das Klima ist milder. Im Juli war es fast schon zu warm. Die Region ist nicht so von Touristen überlaufen, weil die Anfahrt um den See doch recht weit ist.

Meine Frau un ich wollten hier vor allem die Seele baumeln lassen, aber auch ein paar Wandertouren machen. Wandern für die Seele sozusagen. Nicht zu lange Touren, mit orderntlichen Pausen. Luxuswandern halt.

Rocca di Manerba

Ein historischer Ruinengipfel und spektakuläre Felsklippen.
Wir parken westlich vom Ort Marerba die Garda kostenfrei am Museo Archeologico Naturalistico und stärken uns vor der Tour mit Kaffee und Croissant im Museumscafé.
Zu den Überresten der alten Lombarden-Festung "Rocca die Manerba" sind es nur wenige Schritte bergan. Oben erwarten uns Mauerreste und am weithin sichtbaren Gipfelkreuz ein wahrhaft fulminanter Rundumblick.
Hinter dem Kreuz geht es steil abwärts Richtung Wasser, der Weg ist
geröllig, aber seilgesichert. Wir kommen gut herunter. Bei feuchtem Wetter sähe es wohl anders aus, da ist der Weg vermutlich nicht zu empfehlen.
Dankbar verschnaufen wir kurz in der schattigen Talsenke, dann geht es hinauf zum "Punto Sasso", wo der nächste Weitblick wartet. Er liegt unmittelbar an der Steilküste, der man besser nicht zu nahe kommt, denn 100m tiefer tuckern die Motorboote auf dem Lago vorbei.
Der Weg führt nun für mehrere Kilometer unmittelbar an der Steilküste entlang. Hier sollte man Schwindelfrei sein - oder nicht herunter blicken. Es ist ein schöner Weg bis zum Yachthafen und Fähranleger Porto Dusano.

Hier halten wir Einkehr. Man kann hier am Strand im Lago baden, doch wir wollen weiter.
Zurück geht es oberhalb des Lago auf Asphaltstrassen weniger spektakulär zurück, das Gipfelkreuz der Rocca immer im Blick. Wer mag, kann noch einen Abstecher zur Kapelle Chiesa di San Giorgio machen, wir allerdings haben von der Julihitze genug und streben dem Auto zu.

hier sind alle Bilder (Dropbox)


Monte San Bartolomeo

der Monte Bartolomeo von der Promenade bei Salo aus gesehen (linke Erhebung)
der Monte Bartolomeo von der Promenade bei Salo aus gesehen (linke Erhebung)

Eine abwechslungsreiche Wald- und Kirchentour mit Panorama-Spots.
Unsere Tour startet südlich von Salò, denn dort gibt es am Straßenrand
genug freien und kostenlosen Parkraum.
Zunächst geht es die schöne Uferpromenade entlang, dann beginnt die Besteigung des Monte auf einer Asphaltstrasse
Richtung Renzano. Nach einer Stunde ist die alte Wallfahrtskriche Madonna del Rio erreicht. Einen Wasserfall soll es auch geben, aber dort wird gerade gebaut und wir kommen nicht hin.
Sehr steil geht es danach auf einem schmalen Bergpfad
dem höchsten Punkt der Tour entgegen, teilweise durch schattigen Wald, worüber wir erfreut sind. Manches Mal muss man an einem Seil mühsam hochkraxeln. Im Restaurant Azienda Agriturista II Bagnolo sollte es eine Mittagsrast geben, doch es hat zu. So können wir nur die Wasserflasche auffüllen. Auch der Abstieg ist teilweise sehr steil. Meine Frau fängt an zu nölen, dass sie jetzt aber mal eine schöne Aussicht auf den Lage verdient hätte. Bald bekommt sie ihn, ein Weitblick Richtung Gardone macht den Anfang. Es folgt der Aussichtspunkt Belvedere mit einer Bank und atemberaubendem Panoramablick über die Bucht von Salò. Die Bank ist allerdings nicht ohne Mühe zu erreichen.
Weiter geht es auf gewundenen Waldpfaden im kühlen Schatten extrem
steil bergab. Der Abstieg nach Salò zieht sich hin und unsere Beine werden lahm. Meine Frau knickt um und setzt sich auf den Hosenboden. Sie hat Glück gehabt, es wird wohl beim blauen Fleck am Allerwertesten bleiben.
Der Weg führt zurück nach Salo. Wir sind ziemlich erledigt. Im Ort gibt es erst einmal ein großes Eis. Anschließend geht es die Promenade entlang, meine Frau macht noch einen Schlenker durch die Einkaufsstrasse. Woher nur nimmt sie die Energie dazu?

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Vallo delle Cartiere - Papiermühlental

Heute ein romantisches Flusstal in grüner Landschaft, früher ein Industriestandort, an dem Papier produziert wurde. Nur Ruinen sind übrig, bis auf das Museo della Carta, das als restauriertes Bauwerk heute das Papiermuseum beherbergt. Wir haben es uns eingehend angeschaut und einiges über die Papierherstellung dazu gelernt. Der Besuch lohnt sich - und auch das nahe liegende Museumsbistro, wo es Leckeres gibt.
Wegen der Hitze haben wir auf weitere Erkundungen des Tals verzichtet und sind stattdessen lieber zum Ort Toscolano-Maderno abgestiegen, um dort noch ein wenig zu schlendern und kühles Eis zu schlecken.

hier sind alle Bilder (Dropbox)


Sirmione

Sirmione soll das "i"-Tüpfelchen des südlichen Gardasees sein, sagt der Kompass-Reiseführer. Sie ragt 4km in den Lago. Die Skaligerburg ist das Tor zur Altstadt.


Unsere Tour beginnt schon südlich der Touristenströme an der Via Brescia, wo man kostenlos und beliebig lange parken kann. Zwar muss man zunächst an einer Straße entlang gehen, doch der Weg ist schön. Ein kleiner Yachthafen ist der eigentliche Beginn der Sightseeing-Tour. Es geht durch den ruhigen Parco San Vito, dann entlang gepfleger Grundstücke, bis wir auf die Via Columbare stoßen. Ab hier geht es die einzige Zuwegung entlang, begleitet von den wohl unvermeidlichen Touristenströmen, die hier noch vorwiegend mit dem Auto unterwegs sind und fahren, bis es nicht mehr weiter geht. Das ist dort, wo das mittelalterliche Wahrzeichen von Simione, das Castello Scaligero aus dem 13. Jh, steht. Auf dem Parkplatz davor stapeln sich die Fahrzeuge, und hier kostet das Parkticket richtig viel Geld. Ein schmaler Wassergraben trennt das Festland von der verkehrsberuhigten Altstadt. Autos dürfen nur durch das Tor, wenn sie zu einem Hotels fahren. Und doch zwängen sich zahlreiche Fahrzeuge im Schritttempo an den zahlreichen Touristenkörpern
vorbei, die hier vor allem in die Schaufenster der vielen Läden schauen, die anbieten, was Touristen nur im Urlaub kaufen.
Uns gefällt es am Wasser besser, wo wir die Promenade am Steinstrand entlang laufen, vorbei an mondänen Hotels, die hier schon lange stehen.
Wir schaffen es nicht bis zum Zipfel, wo die legendäre Grotte di Catullo, die Ruine einer römischen Villa aus dem 1.Jh steht, denn wir flüchten vorher vor dem ungeheuren Touristenströmen. Zurück geht es auf der westlichen Seite der Halbinsel, die mit Touristen volle Einkaufsstrasse läßt sich dabei nicht umgehen.
Hinter der Burg geht es auf identischem Weg wieder zum Parkplatz zurück.

Toscolano-Maderno

Toscolano und Maderno wurden 1928 zu einer Gemeinde zusammengeschlossen. Die beiden Ortschaften haben zwei verschiedene Ortszentren, welche durch den Wildbach Toscolano getrennt werden. Wirklich hübsch sind sie beide nicht. Während Toscolano für seine Papierindustrie (in der „Valle delle Cartiere“, auch Papiermühlental genann) und Buchdruckerei bekannt ist, stützt sich die Wirtschaft von Maderno, dank der fabelhaften Landschaft, hauptsächlich auf den Tourismus. Wir sind auf unserem Spaziergang an einem riesigen Campingplatz vorbei gekommen.

Mit diesem Ort verbindet uns ein Spaziergang an der Promenade und ein wirklich gutes Eis in der Eisdiele Gelateria Calchera